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vorbeikamen und namentlich abgeleſen wurden, je den Namen eines der gedachten Cavaliere ausrief, der ſodann unverweilt vortrat und ſeine Stelle neben dem Gefangenen einnahm. Dieſe Leute werden Pathen genannt; ihre Pflicht beſteht darin, den ihrer Pflege Be⸗ fohlenen zu begleiten und für ihn verantwortlich zu ſein, bis die Ceremonie vorüber iſt. Die Uebertragung eines ſolchen Amtes durch den Großinquiſitor wird für eine hohe Ehre gehalten. Endlich begann die Proceſſion. Voran ging die Fahne der Dominikaner, da dieſer Orden die Inquiſition gründete und des⸗ halb die Eröffnung des Zuges als ein Recht anſprach. Hinter dem Banner folgten die Mönche ſelbſt in doppelter Reihe. Und was war wohl das Motto ihrer Fahne?„Justitia et Misericor- dia!“ Dann kamen die Schuldigen, etwa dreihundert an der
Zahl, jeder mit ſeinem Pathen an der Seite und einer angezün⸗
deten großen Wachskerze in der Hand. Die leichteren Verbrecher mußten barfuß und mit entblößtem Haupte vorangehen. Dieſer Abtheilung, welche nur die ſchwarz und weiße Sarſche trug, folgten die Sanbenitos und dann die Samarias mit den umgekehrten Flammen. Hier kam nun eine Abtheilung in der Proceſſion, die durch ein großes Cruzifir, das Antlitz des Erlöſers nach vornen gewendet, gebildet wurde. Hiemit ſollte angedeutet werden, daß diejenigen vor dem Kreuze, auf welche der Heiland niederſah, nicht den Tod erleiden ſollten, während die Hinteren für immer verderben ſollten— in dieſer und in jener Welt.
Dem Cruzifixe folgten die ſieben Verurtheilten— zuletzt Amine als die größte Verbrecherin. Aber damit ſchloß die Proceſſion noch nicht. Hinter Aminen kamen fünf Bilder an Pfählen, den gleichen Anzug tragend, der mit Flammen und Teufeln bemalt war. Je⸗ dem Bilde folgte ein Sarg, der ein Skelet enthielt. Die Bilder ſtellten diejenigen vor, welche in ihrem Kerker oder unter den Qualen der Folter geſtorben und nach ihrem Tode zum Verbrennen verurtheilt worden waren. Man hatte die Skelette wieder ausge⸗


