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Flammen gemalt waren, und erhielten lange Wachskerzen in bie Hände.
Amine und die andern Verurtheilten mußten in ihren An⸗ zügen einige Stunden harren, ehe die Prozeſſion begann, denn der Schließer hatte ſie ſchon Morgens um zwei Uhr geweckt.
Die Sonne erhob ſich ſtrahlend, ſehr zur Freude der Mitglie⸗ der des heiligen Officiums, denen es ſehr unlieb geweſen wäre, wenn ſie an einem Tage ſchlechtes Wetter gehabt hätten, an welchem ſte die Ehre der Kirche vertheidigten und den Beweis lieferten, wie treulich ſie ſich an die weiſen Lehren des Erlöſers hielten, der da Erbarmen, Liebe und Vergebung fordert. Gott im Himmel! und nicht nur die Mitglieder der heiligen Inquiſition freuten ſich, ſon⸗ dern auch Tauſend und aber Tauſende, welche von allen Seiten herbeigeſtrömt waren, um die ſchreckliche Ceremonie mitanzuſehen und ein Jubiläum zu feiern— viele vom Fanatismus des Aber⸗ glaubens geſtachelt, noch weit mehr aber aus bloßer Gedanken⸗ loſigkeit und Liebe zum Prunk. Die Straßen und freien Räume, durch welche die Proceſſion ziehen ſollte, waren ſchon zu einer frü⸗ hern Stunde angefüllt.
Seidenſtoffe, Tapeten und mit Gold und Silber durchwirkte Tücher hingen zur Ehre der Proceſſion über die Balkone oder zu den Fenſtern heraus. Auf jeder Altane, an jedem Fenſter drängten ſich Damen und Cavaliere in ihrem prunkhafteſten Anzuge, ſehnlich erwartend, daß die Unglücklichen vor ihrer Hinrichtung an ihnen vorbeikämen. Doch die Welt liebt Aufregung, und wo konnte dies ein abergläubiſches Volk beſſer finden, als in einem Auto⸗da⸗Fé?
Mit dem Aufgang der Sonne begann die große Glocke der Kathedrale zu läuten, und alle Gefangenen wurden nach der großen Halle hinuntergeführt, damit man die Proceſſion ordnen könne. An dem großen Eingange ſaß unter einem Thronhimmel der Großinquiſitor, von Vielen aus dem Adel Goas umgeben. Hinter ihm ſtand ſein Sekretär, der, als die Gefangenen an dem Throne
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