Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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464 eilte auf ihn zu; aber der Mönch hatte ſeine Kapuze über den Kopf gezogen und gab keine Antwort, als ihn unſer Held unter dem ge⸗ dachten Namen anredete.

„Ich habe mich getäuſcht,“ dachte Philipp;„aber ich glaubte wahrhaftig, er ſei es geweſen.“

Und er hatte Recht; es war Pater Matthias, der ſich alſo gegen

ein Erkennen von Seite unſeres Helden ſchützte.

Ermattet kehrte er endlich vor Einbruch der Nacht nach ſeinem Gaſthofe zurück. Die Geſellſchaft war zahlreich, denn auf viele Mei⸗ len weit war Alles nach Goa gekommen, um das Auto⸗da⸗Fé mit anzuſehen, und Jedermann unterhielt ſich über die Ceremonie.

„Ich bin auf dieſe große Proceſſion begierig,“ ſagte Philipp zu ſich ſelbſt, als er ſich auf ſein Bett warf.„Es wird für eine Weile meinen Gedanken eine andere Richtung geben, denn Gott weiß, wie ſchmerzlich ſte mir werden. Amine, theure Amine, mö⸗ gen die Engel dich beſchützen!“

Vierzigſtes Kapitel.

Obgleich der nächſte Morgen Aminens⸗ ganzes Hoffen und Fürchten— ihr kurzes Erdenglück— ihr Elend und ihre Unge⸗ wißheit beendigen ſollte, ſchlief ſie doch, bis ihr letzter Schlummer durch das Aufriegeln ihrer Zellenthüre geſtört wurde und der Ober⸗ ſchließer mit einem Lichte erſchien. Amine fuhr auf— ſie hatte von ihrem Gatten— von glücklichen Stunden geträumt und er⸗ wachte jetzt zu der traurigen Wirklichkeit. Der Kerkermeiſter hatte ein Kleid in der Hand und forderte ſie auf, es anzuziehen. Er zündete eine Lampe an und ließ ſie allein. Der Anzug beſtand aus ſchwarzem Sarſche mit weißen Streifen.