Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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warfen ihre Kleider ab und ſtürzten ſich in den Strom, in welchem ſie eine Zeitlang blieben. Krantz ging zuerſt wieder heraus; er be⸗ klagte ſich über ein Gefühl von Froſt und begab ſich nach dem Ufer, wo ſie ihre Kleider abgelegt hatten. Philipp näherte ſich gleichfalls dem Rande des Fluſſes, um ihm zu folgen.

„Ich habe jetzt eine gute Gelegenheit, Philipp,“ ſagte Krantz, „Euch das Geld zu geben. Ich ſchütte es aus meinem Gürtel und Ihr könnt es in dem Eurigen aufbewahren, ehe Ihr ihn wieder anzieht.“

Philipp ſtand noch immer im Waſſer, das ihm bis über die Hüfte ging.—

„Nun, Krantz,“ entgegnete er,„wenn's denn einmal ſein muß, ſo ſei's drum, obſchon mir der Gedanke gar lächerlich vorkommt; indeß, ich will Euch den Willen thun.“

Philipp ſtieg aus dem Waſſer und ſetzte ſich neben Kratz nieder, der bereits beſchäftigt war, die Dublonen aus den Falten ſeines Gürtels zu ſchütten. Endlich ſagte er:

„Ich glaube, Philipp, Ihr habt jetzt Alles. Gut, ich bin zufrieden.“.

„Ich kann nicht begreifen, welche Gefahr Euch hier bedrohen könnte, ohne daß ich ihr in gleicher Weiſe ausgeſetzt wäre,“ entgeg⸗ nete Philipp.„Je nun—“

Er hatte jedoch kaum dieſe Worte ausgeſprochen, als ſich ein furchtbares Gebrüll vernehmen ließ. Durch die Luft ſauste es wie ein gewaltiger Wind— es erfolgte ein Stoß, der ihn auf den Rücken niederwarf, ein lauter Schrei— und ein Ringen. Philipp faßte ſich wieder und bemerkte, daß die nackte Geſtalt ſeines Freun⸗ des Krantz pfeilſchnell von einem ungeheuren Tiger in das Gebüſch geſchleppt wurde. Er blickte dem Ungethüm mit ſtarren Augen nach und in wenigen Sekunden war es mit Krantz verſchwunden!

„Gott im Himmel! hätteſt du mir doch dieß erſpart!“ rief Phi⸗ lipp, ſich in bitterem Schmerze auf ſein Geſicht niederwerfend.„Oh,

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