Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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Tod iſt mir gleichgültig; aber ich fühle eine Ahnung, die mit jeder Stunde beſtimmter zu mir ſpricht. Es iſt irgend ein freundlicher Geiſt, der mir den Wink gibt, mich für eine andere Welt vorzube⸗ reiten. Sei es d'rum. Ich habe lange genug gelebt, um dieſes Thal der Leiden ohne Schmerz zu verlaſſen, obgleich es mir— ich gebe es zu— weh thut, mich von Euch und Aminen zu trennen, da ihr die zwei einzigen Weſen ſeid, welche mir theuer wurden.“

„Könnte der Grund nicht in Eurer allzu großen Anſtrengung und in der Erſchöpfung liegen, Krantz? Bedenkt nur, die Aufre⸗ gung, unter der wir ſeit vier Monaten gelitten haben. Iſt dies nicht zureichend, um eine entſprechende Geiſtesbedrückung zu erzeu⸗ gen? Verlaßt Euch darauf, mein lieber Freund, daß es nichts Anderes iſt.“

„Ich wollte, es wäre ſo, aber ich glaube es nicht. Auch ver⸗ bindet ſich ein gewiſſes Gefühl von Freudigkeit mit dem Gedanken, von der Erde zu ſcheiden, das aus einer anderen Ahnung ſtammt— einem Vorgefühl, das gleichfalls meinen Geiſt beſchäftigt.“

„Und das wäre?“

„Ich kann es Euch kaum ſagen, aber Amine und Ihr ſteht damit in Verbindung. Ich habe in meinen Träumen geſehen, wie ihr wieder zuſammentraft; doch ſchien es mir, als ob ein Theil eurer Prüfungen abſichtlich durch düſtere Wolken vor meinen Blicken verhüllt werde. Ich fragte:„Darf ich nicht ſehen, was dort ver⸗ vorgen iſt?— und ein unſichtbares Weſen antwortete: ‚nein, es würde dich unglücklich machen. Ehe dieſe Heimſuchung ſtattfindet, wirſt du abgerufen ſein.“ Ich dankte dann dem Himmel und fügte

mich voll Ergebung.“— 3

„Das ſind nur die Vorſtellungen eines kranken Gehirns, Krantz. Ohne Zweifel iſt es wahr, daß mir noch viele Leiden vorbehalten bleiben, aber warum ſollen ſie Amine treffen— oder warum ſolltet Ihr, jung, in der Blüthe der Geſundheit und Kraft, nicht Eure Tage im Frieden hinbringen und ein hohes Alter erreichen? Ich