Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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458 bin vollkommen davon überzeugt, daß das Geſpenſt in einer oder der anderen Weiſe Wort halten wird.“

Am zweiundzwanzigſten Tage bekamen unſere Abenteurer das Hochland im Süden von Sumatra zu Geſicht. Da ſie keine Schiffe bemerkten, ſo beſchloſſen ſie, ihren Kurs durch die Straße zu halten und nach Pulo Penang zu laufen, welches ſie, da ihr Schiff ſo dicht am Winde lag, in ſieben oder acht Tagen zu erreichen hofften. Unter der Glut der Sonne waren ihre Geſichter ſo gebräunt worden, daß ſie in ihren langen Bärten und ihren Moslemkleidern leicht für Eingeborene gelten konnten. Sie ſteuerten den ganzen Tag unter der heißen Sonnenglut und legten ſich Abends nieder, um im Thau der Nacht zu ſchlafen, ohne daß ihre Geſundheit litt; aber einige Tage nach der Zeit, in welcher Krantz unſerem Helden die Geſchichte ſeiner Familie vertraut hatte, wurde der Erſtere ſtille und ſchwer⸗ müthig. Sein gewöhnlich reger Geiſt war verſchwunden und Phi⸗ lipp fragte ihn oft nach der Urſache. Als ſie in die Straße einliefen, ſprach unſer Held von den Schritten, die er bei ſeiner Ankunft in Goa einzuſchlagen hoffte. Krantz erwiederte jedoch mit Ernſt:

„Philipp, ich habe ſeit einigen Tagen eine düſtere Vorahnung, daß ich jene Stadt nicht ſehen werde.“

„Fühlt Ihr Euch unwohl, Krantz?“ fragte Philipp.

„Nein; ich bin an Körper und Geiſt geſund. Ich verſuchte zwar, mich der Gedanken zu entſchlagen, aber vergeblich. Eine war⸗ nende Stimme ruft mir unaufhörlich zu, daß ich nicht mehr lange bei Euch ſein werde. Philipp, Ihr werdet mich verbinden, wenn Ihr mich über einen einzigen Punkt zufrieden ſtellt. Ich trage Geld bei mir, das Euch nützlich werden kann; thut mir den Gefallen, es zu nehmen und an Eurem Leib zu verbergen.“

„Welcher Unſinn, Krantz.“

„ s iſt kein Unſinn, Philipp. Habt Ihr nicht auch Eure War⸗ nungszeichen gehabt— warum ſollte es bei mir nicht gleichfalls möglich ſein? Ihr wißt, daß ich die Furcht nicht kenne und der

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