Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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„„Du wirſt ſie noch fühlen. Erinnere dich deines Eides— des feierlichen Eides— nie deine Hand gegen ſie zu erheben, um ihr ein Leides zu thun.“ 3

„Ich ging keinen Vertrag ein mit böſen Geiſtern.“

„„Du thateſt's. Und wenn du den Eid brächeſt, ſolle die ganze Rache der Geiſter auf dich niederfallen. Deine Kinder ſollen zu Grunde gehen durch die Geier, den Wolf—⸗

„„Hinaus, hinaus, Teufel!“

„ Und ihre Gebeine bleichen in der Wildniß— ha, ha!“

„Mein Vater griff, vor Wuth ganz außer ſich, nach ſeiner Axt und ſchwang ſie gegen Wilfrieds Kopf.

„„Alles dies ſchwöre ich,“ fuhr der Jäger höhnend fort.

„Die Art fiel nieder, aber ſie fuhr durch die Geſtalt des Jä⸗ gers. Mein Vater verlor ſein Gleichgewicht und ſtürzte zu Boden.

„Sterblicher;“ rief der Jäger, über dem Körper meines Vaters wegſchreitend, ‚„wir haben nur über diejenigen Macht, welche einen Mord begangen haben. Du haſt dich eines Doppelmords ſchuldig gemacht— und ſollſt die Strafe erleiden, die ſich an dein Heiraths⸗ gelübde knüpft. Zwei deiner Kinder ſind ſchon dahin und das dritte wird nicht verſchont bleiben— ja, auch dieſer wird noch nachfolgen, denn dein Eid iſt gehört worden. Geh'— es wäre eine Wohlthat, dich zu tödten— deine Strafe ſei— das du lebeſt.:

„Mit dieſen Worten verſchwand der Geiſt. Mein Vater erhob ſich vom Boden, umarmte mich zärtlich und kniete im Gebet nieder.

„Am andern Morgen verließ er die Hütte für immer. Er nahm mich mit ſich und lenkte ſeine Schritte nach Holland, wo wir wohl⸗ behalten anlangten. Er hatte einiges Geld bei ſich, aber ehe er noch lange ſich in Amſterdam aufgehalten hatte, wurde er von einem Hirnfieber befallen und ſtarb unter tobendem Wahnſinn. Ich wurde in das Waiſenhaus gebracht und nachher auf die See vor den Maſt geſchickt.— Ihr kennt jetzt meine ganze Geſchichte. Es fragt ſich nun, ob ich für den Eid meines Vaters der Strafe verfallen bin. Ich