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zu mißhandeln. Mein Vater beſchäftigte ſich auf ſeinem kleinen Gute, und ich war bereits im Stande, ihm einigen Beiſtand zu leiſten.
„Marcella pflegte bei uns auf dem Felde zu ſitzen, während wir an der Arbeit waren, und die Stiefmutter blieb allein zu Hauſe. Ich hätte bemerken ſollen, daß ſie mit dem Eintritte des Frühlings von ihren nächtlichen Wanderungen abließ und daß wir nach der Zeit, in welcher ich meinen Vater aufmerkſam gemacht hatte, den Wolf nicht mehr unter dem Fenſter heulen hörten.
„Als ich eines Tages mit dem Vater auf dem Felde beſchäftigt war und Marcella bei uns ſaß, kam die Stiefmutter heraus und ſagte, ſie wolle in den Wald gehen, um einige Kräuter zu ſammeln, die der Vater brauche; Mareella ſolle in die Hütte gehen und auf das Eſſen Acht haben. Marcella ging und die Stifmutter verſchwand bald in dem Walde, eine Richtung einſchlagend, welche der Hütte gerade entgegengeſetzt war, ſo daß alſo ich und mein Vater ſo zu ſagen zwiſchen ihr und der Schweſter ſtanden.
„Etwa eine Stunde nachher wurden wir durch einen Schrei von der Hütte her aufgeſchreckt, der augenſcheinlich von der kleinen Marcella herrührte.
„„Marcella hat ſich verbrannt, Vater,“ſagte ich, meinen Spa⸗ ten wegwerfend.
„Mein Vater legte den ſeinigen gleichfalls bei Seite, und wir beide eilten nach dem Hauſe. Ehe wir aber die Thüre erreichen konnten, ſtürzte ein großer weißer Wolf heraus, der mit der größten Geſchwindigkeit von hinnen floh.
„Mein Vater hatte keine Waffe; er ſtürzte in die Hütte und traf das arme Schweſterlein im Verſcheiden. Ihr Körper war furcht⸗ bar verſtümmelt, und das entſtrömende Blut hatte einen großen Bach auf dem Boden der Hütte gebildet. Meines Vaters erſte Abſicht war geweſen, ſein Gewehr zu ergreifen und das Unthier zu verfolgen; der ſchreckliche Anblick aber gebot ihm Halt, und in Thränen ausbrechend kniete er an der Seite ſeines ſterbenden Kindes nieder.


