Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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obgleich er von Zeit zu Zeit bittere Flüche gegen die Wölfe ausſtieß und Rache gelobte.

„Doch während dieſer Zeit der Trauer von ſeiner Seite ſetzte meine Stiefmutter ihre nächtlichen Wanderungen mit derſelben Regelmäßigkeit fort, wie zuvor.

„Endlich nahm mein Vater ſein Gewehr herab, um ſich in den Wald zu begeben; er kehrte jedoch bald wieder ſehr bekümmert zurück.

„⸗Würdeſt du's wohl glauben, Chriſtina, daß die Wölfe— Gottes Fluch über die ganze Brut— wirklich den Leichnam meines armen Knaben ausgeſcharrt und nichts als ſeine Knochen übrig ge⸗ laſſen haben?“

„So" verſetzte meine Stiefmutter.

„Marcella blickte mich an, und ich las in ihrem ausdrucksvollen Auge Alles, was ſie ſagen wollte.

„„Vater, jede Nacht heult ein Wolf unter unſerem Fenſter,“ nahm ich das Wort. 3

„Iſt das wahr?— Warum haſt du nicht früher geſprochen, Knabe?— Wenn du ihn das nächſte Mal wieder hörſt, ſo wecke mich.“

„Ich ſah, wie die Stiefmutter ſich abwandte; ihre Augen ſchoſſen Feuer und ſie knirſchte mit den Zähnen.

„Mein Vater ging aus und bedeckte die wenigen Ueberreſte meines armen Bruders, welche die Wölfe geſchont hatten, mit einem noch größeren Steinhaufen. Dieß war der erſte Akt des Trauerſpiels..

„Der Frühling kam, der Schnee verſchwand und wir durften die Hutte wieder verlaſſen. Ich mochte aber nie, auch nur einen Augenblick, von der Seite meiner lieben kleinen Schweſter weichen, die ich ſeit dem Tode meines Bruders nur um ſo inniger liebte. Ja, ich fürchtete mich ſogar, ſie mit der Stiefmutter allein zu laſſen, welche eine beſondere Freude daran zu haben ſchien, das arme Kind