Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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nächſten Nacht in ſeinen Kleidern zu Bette, ſtand, ſobald die Stief⸗ mutter die Hütte verlaſſen hatte, auf, nahm das Gewehr meines Vaters und ging ihr nach.

„Ihr könnt Euch denken, in welchem Zuſtande von Spannung Marcella und ich während ſeiner Abweſenheit waren. Nach einigen Minuten hörten wir den Knall eines Gewehrs. Mein Vater er⸗ wachte nicht und wir blieben vor Angſt zitternd liegen. Eine Weile darauf ſahen wir unſere Stiefmutter in die Hütte treten— ihr Anzug war blutig. Ich legte meine Hand auf Marcellas Mund, um zu verhindern, daß ſie nicht laut aufrief, obgleich ich ſelbſt in großer Unruhe war. Unſere Stiefmutter näherte ſich dem Bett meines Vaters, um zu ſehen, ob er ſchliefe, und ging dann nach dem Kamine, wo ſie die glimmende Aſche zur Flamme anblies.

„Wer iſt da 2* rief mein Vater erwachend.

„„Bleibe ruhig liegen, mein Lieber,“ verſetzte die Stiefmutter. „Ich bin's. Ich habe das Feuer angezündet, um etwas Waſſer warm zu machen, weil ich nicht ganz⸗wohl bin.“ 4

„Mein Vater wandte ſich um und war bald wieder eingeſchla⸗ fen; wir aber beobachteten aufmerkſam die Bewegungen der Stief⸗ mutter. Sie wechſelte ihre Linnen und warf das Gewand, das ſie getragen hatte, in's Feuer. Dabei bemerkten wir, daß ihr rechtes Bein ſtark blutete, wie von einer Schußwunde. Sie verband es, kleidete ſich an und blieb bis Tagesanbruch vor dem Feuer ſitzen.

„Das Herz der armen kleinen Marcella ſchlug hoch auf, wäh⸗ rend ſie ſich an meine Seite drückte— und auch das meinige pochte ungeſtüm. Wo war unſer Bruder Cäſar? Wie konnte die Stief⸗ mutter verwundet werden, wenn es nicht durch ſein Gewehr ge⸗ ſchehen war? Endlich ſtand mein Vater auf, und nun faßte ich den Muth, ihn anzureden.

„Vater,“ fragte ich, wo iſt Bruder Cäſar?“ „Cäſar?“ rief er; ‚nun, wo mag er ſein? „„Barmherziger Himmel! War mir's doch, als ich in der letzten