Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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„Fürchtet nichts, Amine,“ ſagte Philipp, während er die Thüre entriegelte;„es find nur ihrer zwei, und Euer Vater ſoll gerettet werden.“.

Die Thüre ging auf und Philipp ſtürzte mit ſeiner Büchſe hinaus; er fand Mynheer Poots zwiſchen den beiden Räubern auf dem Boden liegend. Einer davon hatte eben ſein Meſſer erhoben, um es ſeinem Opfer in den Leib zu bohren, als eine Kugel durch ſeinen Schädel ſauste. Der letzte Räuber wurde nun mit Philipp handgemein und es folgte ein verzweifelter Kampf, der jedoch bald dadurch entſchieden wurde, daß Amine vortrat und dem Strauch⸗ dieb eine Piſtolenkugel in den Leib jagte. Wir müſſen hier un⸗ ſeren Leſern bemerken, daß Mynheer Poots auf dem Heimwege den Knall von Feuerwaffen vernahm, der aus der Richtung ſeiner ei⸗ genen Hütte herkam. Die Erinnerung an ſein Geld und ſeine Tochter— denn wir müſſen ihm die Gerechtigkeit widerfahren laſ⸗ ſen, daß er ſie zärtlich liebte— liehen ihm Schwingen; er ver⸗ gaß, daß er ein waffenloſer, ſchwacher, alter Mann war und dachte an nichts, als ſeine Wohnung zu erreichen.

Rückſichtslos und wie ein Wahnſinniger brüllend, eilte er her⸗

ü ie Arme der beiden Räuber, welche ihn ergriffen aben würden, wäre nicht Philipp ſo gelegen zu ſtand herbeigekommen. etzte Räuber gefallen war, machte er ſich los, um Mynheer Poots zu unterſtützen, den er auf ſeine Arme nahm, und einem Kinde gleich in's Haus trug. Der alte Mann befand ſich in Folge der Angſt und der vorausgehenden Aufregung noch immer in einem Zuſtande von Delirium. Es ſtund einige Minuten an, ehe Mynheer Poots zuſammenhängend ſprechen konnte.„Meine Tochter!“— rief er—„meine Tochter! wo iſt ſie?“

„ Hier, Vater,“ entgegnete Amine.„Gott ſei Dank, ich habe keinen Schaden genommen.“ „Ach! mein Kind iſt unbeſchädigt, ſagte er, ſeine Augen weit