war eben im Begriffe, ſeine ganze Ladung dem Räuber unter den erhobenen Arm zu geben, als er die Andern draußen ſchießen hörte.
„Amine hat ſich am Fenſter blicken laſſen,“ dachte Philipp, „und iſt vielleicht verwundet.“
Das Verlangen nach Nache veranlaßte ihn, zuerſt ſeine Kugel in den Leib des Mannes zu jagen; dann aber flog er die Treppen hinauf, um ſich von Aminen's Zuſtande zu überzeugen. Sie war nicht am Fenſter. Er ſtürzte in das innere Zimmer und fand, daß ſie bedächtig die Büchſen lud.
„Mein Gott! wie Ihr mich erſchreckt habt, Amine! Ich glaubte, das Feuern draußen rühre von dem Umſtande her, daß Ihr Euch am Fenſter gezeigt hättet.“
„Nein das war gewiß nicht der Fall; aber ich meinte, wenn Ihr durch die Thüre ſchöſſet, könnten ſie Euer Feuer erwiedern und Euch beſchädigen. Ich ging daher an die Seite des Fenſters, ſtreckte an einem Stock etliche Kleider meines Vaters vor, und da die Räuber auf der Lauer lagen, ſo machten ſie augenblicklich von ihren Waffen Gebrauch.“ 1
„Wahrhaftig, Amine, wer hätte auch ſo viel Muth und Be⸗ ſonnenheit bei einem ſo jungen und ſchönen Weſen erwartet!“ rief Philipp überraſcht.
„So ſind alſo nur die von der Natur vernachläſſigten Leute
tapfer?“ entgegnete Amine lächelnd. d
„Das wollte ich nicht ſagen, Amine— aber ich verliere Zeit und muß wieder nach der Thüre hinunter. Gebt mir die andere Büchſe und ladet dieſe aufs Neue.“—
Philipp ſchlich abermals die Treppe hinunter, um zu recog⸗ nosciren; ehe er jedoch die Thüre erreicht hatte, hörte er in der Ferne die Stimme von Mynheer Poots. Amine, der die Annähe⸗ rung ihres Vaters gleichfalls nicht entgangen war, befand ſich im Nu an der Seite unſres Helden und hielt in jeder Hand eine ge⸗ ladene Piſtole. 3
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