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Zimmer im oberen Stocke führend. Es war das Heiligthum ihres Vaters und auf den Simſen ſtanden gefüllte Flaſchen und Arznei⸗ kapſeln umher. In einer Ecke befand ſich eine eiſerne Kiſte, und über dem Kaminmantel hingen ein paar Büchſen neben drei Piſtolen.
„Sie ſind alle geladen,“ bemerkte Amine darauf hindeutend, indem ſie zugleich die Piſtole auf den Tiſch legte, die ſie in der Hand gehalten hatte.
Philipp nahm die Waffen herunter und unterſuchte ſämmtliche Zündpfannen. Dann ergriff er auch die auf dem Tiſche liegende Piſtole und fand, daß ſie ſich gleichfalls in kampffähigem Stande be⸗ fand. Als er die Pfanne wieder ſchloß, bemerkte er mit einem Lächeln:
„Dieſe ſollte alſo mir gelten, Amine?“
„Nein— nicht Euch— ſondern einem Verräther, der ſich mög⸗ licherweiſe Eingang verſchaffen konnte.“
„Wohlan, Jungfrau!“ entgegnete Philipp,„ich will meinen Poſten an dem Fenſter einnehmen, das Ihr geöffnet habt; aber im Zimmer darf kein Licht brennen. Ihr mögt hier bleiben und könnt zu Eurer Sicherheit den Schlüſſel umdrehen.“
„Ihr kennt mich wenig,“ verſetzte Amine,„und mißdeutet meine Furcht; ich muß neben Euch bleiben und die Waffen wieder laden— ein Geſchäft in dem ich wohl geübt bin.“
„Nicht och, erwiederte Philipp,„Ihr könntet Schaden nehmen.“
„Und! enn auch, glaubt Ihr, ich werde hier müßig bleiben, wenn ich einem Manne eiſtand leiſten kann, der ſein Leben für mich einſetzt. Ich teine Pflicht und werde ſie erfüllen.“
„Ihr dür cht blosſtellen, Amine,“ ſagte Philipp; „mein Ziel wir ſicher ſein, wenn ich weiß, daß Ihr in Ge⸗ fahr ſeid. Do⸗
ch jetzt muß ich die Waffen in das andere Gemach nehmen, denn die Zeit iſt gekommen.“
Philipp brachte die Büchſen und Piſtolen unter Amine’s Bei⸗ ſtand in das anſtoßende Zimmer; dann entfernte ſich Letztere das Lgen mit ü 1 forinemen. Sobald Philipy allein war, öffnete er


