Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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vernahm, Baetens iſt. Ich weiß, daß Ihr auf das Geld keinen Werth legt, aber denkt an Eure eigene, theure Perſon— laßt mich in das Haus und glaubt ja nicht, daß meine Geſchichte er⸗ dichtet ſei. Ich ſchwöre Euch dei der Seele meiner theuren armen Mutter, die, wie ich hoffe, jetzt im Himmel iſt, daß ich Euch mit keiner Sylbe belogen habe.“

„Baetens habt Ihr geſagt, Herr?“

„Wenn ich nicht irre, ſo war dies der Name; er ſagte, er hätte Euch einmal geliebt.“

„Der Name iſt mir nicht unbekannt, und ich weiß nicht, was ich thun oder ſagen ſoll. Mein Vater iſt zu einer Gebärenden gerufen worden und bleibt vielleicht noch viele Stunden aus. Aber wie kann ich Euch die Thüre öffnen— zur Nachtzeit— während mein Vater abweſend iſt— und ich allein bin? Ich kann und darf nicht, ob⸗ gleich ich Euren Worten Glauben ſchenke. Gewiß, es iſt unmög⸗ lich, daß Ihr ſo ſchändlich ſein könntet, eine derartige Erzählung zu erdichten.“

„Nein— bei meiner Hoffnung auf künftige Seligkeit! ich wäre es nicht im Stande! Aber ſetzt nicht Euer Leben und Eure Ehre auf's Spiel, ſondern gebt mir Einlaß.“

„Und wenn ich's auch thäte, was könntet Ihr anfangen gegen ſo Viele? Die Vier würden Euch als einen einzelnen Mann bald überwältigen, und es ginge nur ein Leben weiter verloren.“

„Nicht, wenn Ihr Waffen habt, und Euer Vater wird ſich wohl damit vorgeſehen haben. Ich fürchte die Strauchdiebe nicht — und Ihr wißt, daß ich Entſchloſſenheit beſitze.

„Allerdings— und nun wollt Ihr Euer Leben für Leute wagen, die Ihr früher ſelbſt mit einem Angriffe bedrohtet? Ich danke Euch— danke Euch von Herzen, Herr— aber ich wage es nicht, die Thüre zu öffnen.“

Wenn Ihr das nicht wollt, Jungfrau, ſo bleibe ich hier, obe: gleich ohne Wehr und nur ſchlecht im Stande, mit vier gut be⸗ 4 5* 5