Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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die Anfangsbuchſtaben von dem Namen ſeines Vaters trug, und las, wie folgt: An Catharine.

„Einem jener mitleidigen Geiſter, deren Thränen ſtrömen für die Verbrechen der Sterblichen, iſt es geſtattet worden, mir zu eröffnen, durch welches Mittel einzig mein fürchter⸗ liches Urtheil abgewendet werden kann.

Würde es mir nur möglich, an Bord meines Schiffes die heilige Reliquie zu empfangen, auf welche ich den ver⸗ hängnißvollen Eid ſchwor, um ſie in Demuth zu küſſen und über dem geheiligten Holze eine Thräne tiefer Zerknir⸗ ſchung zu vergießen, ſo würde ich Ruhe finden.

„Wie dieß bewerkſtelligt werden kann, oder wer eine ſo verhängnißvolle Aufgabe vollziehen wird, weiß ich nicht. Oh Catharine, wir haben einen Sohn— doch nein— nein, laß ihn nichts von mir hören, bete für mich— und nun, lebe wohl.

J. Vanderdecken.“

„Dann iſt's alſo Wahrheit, fürchterliche Wahrheit,“ dachte. Philipp,„und über meinem Vater iſt im Leben das Gericht er⸗ gangen. Und er deutet auf mich hin— auf wen anders ſollte er auch? Bin ich nicht ſein Sohn und iſt es nicht meine Pflicht??

„Ja, Vater,“ rief Philipp laut, indem er auf ſeine Kniee niederfiel;„Du ſollſt dieſe Zeilen nicht vergeblich geſchrieben haben. Ich will ſte noch einmal leſen.“

Philipp erhob ſeine Hand; aber obgleich es ihn dünkte, als halte er den Brief noch immer feſt, war er doch nicht mehr vor⸗ handen— er hielt ein Nichts umfaßt. Er blickte auf das Gras, um zu ſehen, ob er ihn habe fallen laſſen— aber nein: der Brief war verſchwunden. War es ein Geſicht?— Nein, nein; er hatte jedes Wort geleſen. 5