Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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er den Tiſch, das Arbeitskörbchen und den verhängnißvollen Brief finden. Sein Puls hatte allmählig den regelmäßigen Schlag wieder gewonnen, aber als er ſich umwandte, begann er heftiger zu pochen;?s mußte jedoch geſchehen und war ſchnell vorüber. Anfangs muſterte er denjenigen Theil der Wand, an welcher verſchiedenartige Schwerter und Piſtolen, hauptſächlich aber aſiatiſche Bogen und Pfeile nebſt anderen Zerſtörungswerkzeugen hingen. Dann ſenkten ſich ſeine Augen allmählig gegen den Tiſch und das kleine Kanapee hinter dem⸗ ſelben, wo ſeine Mutter, ihrer Angabe zufolge, geſeſſen hatte, als der Gatte ihr ſeinen ſchrecklichen Beſuch gemacht. Das Arbeits⸗ körbchen ſammt ſeinem Inhalte ſtand auf dem Tiſch, wie ſie es ver⸗ laſſen hatte; auch die erwähnten Schlüſſel lagen dabei, aber Philipp

ſah und ſah— ein Brief war nicht vorhanden. Er trat nun näher

und unterſuchte. genauer, ob er ihn nicht auf dem Kanapee, auf dem Tiſch oder auf dem Boden entdecke.— Er erhob das Arbeitskörb⸗ chen, um ſich zu überzeugen, ob er nicht unter demſelben liege— aber nein. Ein Muſtern des Arbeitsgeräthes, wie auch ein Umdrehen der Kanapeekiſſen blieb gleichfalls erfolglos. Philipp fühlte eine ſchwere Laſt ſeiner beklemmten Bruſt entnommen.

„In der That,“ dachte er, während er ſich an die Wand lehnte, „das Ganze war nichts, als das Geſicht einer erhitzten Einbildungs⸗ kraft. Meine arme Mutter iſt wohl eingeſchlummert und träumte die ſchreckliche Geſchichte. Dachte mir's doch, daß es unmöglich ſei, oder hoffte es wenigſtens. Es muß ſich wohl ſo verhalten haben; der Traum war zu gewaltig, zu ſehr einer fürchterlichen Wirklichkeit ähnlich, daß er zum Theil die Vernunft meiner armen Mutter ver⸗ wirrte.“.

Philipp ſtellte abermals Erwägungen an und gewann dann die Ueberzeugung, daß ſeine Annahme richtig ſei.

»Ja, es iſt nicht anders möglich. Gute, theure Mutter! wie viel haſt du gelitten— aber der Lohn iſt dir geworden im Ange⸗ ſicht deines Gottes!“

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