Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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Zierde in jenen Tagen; ſie hatte jedoch ihren Glanz großentheils verloren, und Spinnengewebe hüllten ſie wie ein Leichentuch ein. Ueber dem Kaminmantel hingen einige Zeichnungen in Glas und Rahmen, aber ein ſtaubiger Mehlthau befleckte das Glas, ſo daß ſich die Gegenſtände nicht gut unterſcheiden ließen. In der Mitte des Kaminſimſes ſtand ein Bild der Maria von reinem Silber in einem Tabernakel von dem gleichen Metalle, das aber eine Bronze⸗ oder Eiſenfarbe angenommen hatte; zu beiden Seiten befanden ſich einige indianiſche Figuren. Die Glasthüren der Schränke neben dem Kamin waren gleichfalls getrübt, ſo daß ſich das Innere nicht er⸗ kennen ließ; das Licht und die Hitze, welche nur erſt ſeit ſo kurzer Zeit in das Gemach ſtrömten, hatten bereits die Dünſte vieler Jahre aufgejagt und bildeten mit dem Staube auf den Glasſcheiben einen matten Duft, der nur hin und wieder das Blinken ſilberner Gefäße unterſcheiden ließ. Letztere waren durch den Verſchluß der Schreine gegen Schwärzung geſchützt worden, obgleich auch ſie viel von ihrem Glanze verloren hatten.

An der Wand, welche dem Fenſter gegenüber lag, befanden ſich

andere eingerahmte Bilder, welche ebenfalls von Dunſt und Spinnge⸗ weben verſchleiert waren; desgleichen auch zwei Vogelkäſichte. Philipp näherte ſich den Letzteren und ſah hinein. Ihre Bewohner waren na⸗ türlich längſt todt, aber auf dem Boden der Käſichte befand ſich ein Häuflein gelber Federn, durch welche die kleinen, weißen Knochen der Skelette ſichtbar wurden— alſo die Ueberreſte von Kanarienvögeln, die in jener Periode ſehr theuer bezahlt wurden. Philipp ſchien ge⸗ neigt zu ſein, vorerſt alles andere zu unterſuchen, ehe er nach dem ſpähte, was er am meiſten zu finden fürchtete und doch zugleich wünſchte. Es ſtanden mehrere Stühle umher, auf deren einem etwas Leinwand lag. Er nahm ſie auf— es war ein Kleidungsſtück, das ihm angehört haben mußte, als er noch ein Kind war. Endlich rich⸗ tete er ſeine Blicke auf die noch nicht unterſuchte Wand dem Kamine gegenüber, in welcher ſich die Thüre befand. Hinter der Thüre mußte

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