Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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Es ſind nun zwei Nächte, ſeit ein ſchreckliches Ereig⸗ niß ſtattfand, das mich veranlaßte, die untere Stube zu ſchließen, und doch verfolgt mich der Schrecken noch immer in einem Grade, daß mir bei dem Gedanken daran der Kopf ſpringen möchte. Sollte ich während meiner Lebzeiten nicht enthüllen, was vorgefallen iſt, ſo wird doch dieſer Schlüſſel nöthig ſein, um nach meinem Tode das Zimmer zu öffnen. Als ich aus demſelben fortſtürzte, eilte ich die Treppe hinauf und blieb jene Nacht bei meinem Kinde. Am andern Morgen nahm ich allen meinen Muth zuſammen, um hinunterzugehen, den Schlüſſel umzudrehen und ihn nach meinem Gemache zu bringen. Jene Stube ſoll verſchloſſen bleiben, bis ich meine Augen im Tode ſchließe. Keine Noth, keine Entbeh⸗ rung ſoll mich veranlaſſen, ſie je wieder zu öffnen, obgleich in der Eiſenkiſte unten im Schranke, der am weiteſten vom Fenſter abſteht, Geld genug für alle meine Bedürfniſſe liegt. Jenes Geld ſoll dort bleiben für mein Kind, dem ich vielleicht das verhängnißvolle Geheimniß nicht mittheilen kann; es wird jedoch hieraus die Ueberzeugung gewinnen, daß es ein Ge⸗ heimniß iſt, welches beſſer verborgen bleibt, da es ſchrecklich genug war, mich zu derartigen Schritten zu veranlaſſen. Die Schlüſſel zu der Kiſte und zu den Schränken lagen, glaube ich, auf dem Tiſche oder in meinem Arbeitskörbchen, als ich das Zimmer verließ. Auch befindet ſich auf dem Tiſch ein

Brief wenigſtens meine ich ſo. Er iſt verſiegelt. Niemand

ſoll das Siegel erbrechen, als mein Sohn, und auch dieſer nicht, wenn er nicht bereits von dem Geheimniſſe Kunde hat.

Der Prieſter möge ihn verbrennen denn er iſt verflucht;

und ſelbſt wenn mein Sohn Alles wiſſen ſollte was mir be⸗ kannt iſt ohl ſo möge er inne halten und ſich wohl be⸗ denken, ehe er das Siegel öffnet, denn es wäre beſſer, daß er nichts Weiteres erführe!