Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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ruhigen Haltung für eine Märtyrerin auf dem Scheiterhaufen neh⸗ men mögen.

Was beginnſt du, ungeſtümer junger Mann? Warunm ſollen die Bewohner dieſes Hauſes durch dich den Tod erleiden? rief die Jungfrau mit Faſſung. 4

Philipp ſtarrte die Geſtalt einen Augenblick an und vermochte nicht zu antworten; dann erfaßte ihn der Gedanke, daß er im Be⸗ griffe ſei, ſeiner Rache ein ſo liebliches Weſen zum Opfer zu brin⸗ gen. In ihrer Gefahr alles Andere vergeſſend, ergriff er einen der großen Pfähle, die er zur Nahrung für die Flamme herbeigebracht hatte, und warf die brennende Maſſe nach allen Richtungen aus⸗ einander, bis nichts mehr zurückblieb, was das Gebäude hätte be⸗ ſchädigen können, als die lodernde Thüre, welche gleichfalls noch keine ſehr weſentliche Beeinträchtigung erlitten hatte, da ſie aus einer dicken, eichenen Bohle beſtand. Aber auch hier wurde die Flamme bald gelöſcht, indem Philipp dem verzehrenden Element durch Erdklöſe ein Ziel ſetzte. Während dieſer thätigen Maßregeln von Seiten des jungen Mannes ſah die Jungfrau ſchweigend zu.

Alles iſt jetzt ſicher, junge Dame, ſagte Philipp.Gott ver⸗ zeih mir, daß ich ein ſo koſtbares Leben in Gefahr ſetzen konnte. Ich hatte jedoch nur die Abſicht, an Mynheer Poots meine Rache zu kühlen.

Und welchen Grund kann Mynheer Paots zu einer ſo ſchreck⸗ lichen Rache gegeben haben? verſetzte das Mädchen ruhig.

Welchen Grund, junge Dame? Er kam in mein Haus und beraubte die Todten, indem er der Leiche meiner Mutter eine un⸗ ſchätzbare Reliquie abnahm. 4

Er beraubte die Todten? Nein, gewiß, das kann nicht ſein Ihr thut ihm Unrecht, junger Mann.

Nein, nein. Es iſt Thatſache, meine Dame und dieſe Rrliquie verzeiht mir aber dieſe Reliquie muß ich haben. Ihr wißt nicht, was davon abhängt. 4