Teil eines Werkes 
10. Band (1857) Der fliegende Holländer / von Kapitän Marryat ; neu aus dem Englischen von Dr. Carl Kolb
Entstehung
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habe mehr zu denken, als vielleicht mein Gehirn zu faſſen vermag. Daß ich meine Mutter liebte, iſt Euch nicht unbekannt.

Aber der Schlüſſel, den du ſuchſt, Philipp?

Vater, es iſt der Schlüſſel zu dem Gemach, das ſeit Jahren verſchloſſen blieb und das ich öffnen will ſelbſtwenn 4

Wenn was, mein Sohn?

Ich wollte etwas ſagen, was ich verſchweigen muß. Ver⸗ gebt mir, Vater: ich meinte, daß ich jenes Gemach unterſuchen müſſe. Ich habe längſt auch von jener verſchloſſenen Stube gehört 4 und weiß wohl, daß deine Mutter keine Auskunft darüber geben

mochte, denn ſie wollte ſogar auf meine Fragen nie Rede ſtehen. Meine Pflicht veranlaßte mich, in ſie zu dringen, aber als ich fand, daß mein Eifer ihr Gefahr drohte, gab ich jeden weiteren Verſuch auf. Auf das Herz deiner Mutter muß eine ſchwere Laſt gedrückt 3 haben, mein Sohn, obgleich ſie mir nie darüber beichten oder dieſelbe vertrauen mochte. Sage mir, hat ſie dir vor ihrem Tode das Geheimniß mitgetheilt? Ja, mein frommer Vater. 8 Würde es dir nicht zum Troſte gereichen, wenn du es mir an⸗ vertrauteſt? Ich könnte dir mit meinem Rathe, mit meinem Bei⸗ ſtande Gewiß würde das der Fall ſein, Vater, denn ich könnte auf Euren Beiſtand bauen und weiß recht wohl, daß Euch nicht bloße Neugierde, ſondern ein beſſerer Beweggrund leitet. Aber aus dem, 4 was meine arme Mutter ſagte, iſt mir noch nicht klar, ob ſie die Wahrheit ſprach, oder ob ihr nur irgend ein Phantom das Gehirn verwirrt hatte. Hat es mit der Sache ſeine Richtigkeit, ſo will ich gerne die Laſt mit Euch theilen wie wenig Ihr mir es auch Dank wiſſen werdet; vorderhand aber muß ſchweigen und mein Werk erfüllen ich muß allein das verhaßte Zimmer be⸗ Fürchteſt du dich nicht? 9