Philipp eilte nach Hauſe. Nach Anwendung des Trankes hörte die Blutung völlig auf, und eine halbe Stunde ſpäter konnte ſeine Mutter flüſternd ihre Wünſche ausdrücken. Als der Doktor anlangte, unterſuchte er ſorgfältig die Kranke und ging dann mit ihrem Sohne in die Küche hinunter.
„Mynheer Philipp,“ begann Poots;„beim Allah, ich habe mein Beſtes gethan, muß Euch aber ſagen, daß ich nur wenig Hoffnung habe, Eure Mutter wieder aufſtehen zu ſehen. Sie kann vielleicht noch einen Tag oder zwei leben, aber weiter nicht.'s iſt nicht meine Schuld, Mynheer Philipp,“ fügte Poots in entſchuldigendem Tone bei.
„Nein, nein, es iſt der Wille des Himmels,“ verſetzte Philipp in wehmüthigem Tone.
„Und Ihr wollt mich bezahlen, Mynheer Vanderdecken?“ fuhr der Doktor nach einer kurzen Pauſe fort.
„Ja,“ entgegnete Philipp mit einer Donnerſtimme, jetzt aus einer Träumerei erwachend.
Nach einer kurzen Pauſe nahm der Doktor wieder auf.
„Soll ich morgen wieder kommen, Mynheer Phillipp? Ihr wißt, das macht abermals einen Gülden. Es führt übrigens zu Nichts, ſein Geld oder ſeine Zeit wegzuwerfen.“
„Kommt morgen— kommt alle Stunden— und rechnet mir an, was Ihr wollt. Ihr ſollt zuverläſſig bezahlt werden,“ verſetzte Philipp, verächtlich ſeine Lippe aufwerfend.
„Gut; wie Ihr wollt. Sobald ſie todt iſt, gehören Hütte und Möbelwerk Euch; ihr werdet das Letztere natürlich verkaufen. Ja, ich will kommen. Ihr werdet Geld in Fülle haben. Mynheer Philipp, ich würde das erſte Angebot auf das Häuschen thun, wenn es zu ver⸗ miethen iſt.“ 3
Philipp erhob ſeinen Arm, als wolle er Herrn Poots nieder⸗ ſchmettern, der ſich ſofort in eine Ecke zurückzog.
„Ich meine, erſt wenn eure Mutter begraben iſt,“ ſagte Poots in einſchmeichelndem Tone.


