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„Geht! elender Wicht, geht!“ ſagte Philipp, ſein Geſicht mit den Händen bedeckend, während er auf das blutbefleckte Kanapee niederſank.
Nach einer Weile kehrte Philipp Vanderdecken an das Bett ſeiner Mutter zurück, die er viel beſſer fand. Die Nachbarinnen, welche durch ihre eigenen Haushaltungsgeſchäfte abgerufen worden, hatten ſie allein gelaſſen. Von dem Blutverluſt erſchöpft, ſchlummerte die arme Frau viele Stunden, ohne die Hand ihres Sohnes loszulaſſen, der in wehmüthigen Gedanken auf ihre Athemzüge lauſchte.
Gegen Morgen um ein Uhr erwachte die Wittwe. Sie hatte ſo ziemlich den Gebrauch ihrer Stimme wieder gewonnen und redete Philipp folgendermaßen an:
„Mein lieber, mein wilder Knabe, und ich habe dich ſo lange als einen Gefangenen hier behalten.“
„Meine eigene Neigung hielt mich zurück, Mutter. Ich will Euch nicht Anderen überlaſſen, bis Ihr wieder auf und wohl ſeid.“.
„Das wird nie geſchehen, Philipp. Ich fühle, daß der Tod ſeine Anſprüche an mich geltend macht, und würde auch mit Freuden dieſe Welt verlaſſen, wäre es nicht um deinetwillen, mein Sohn! Ich trage ſchon längſt den Tod im Herzen, Philipp— und habe lange, lange um meine Auflöſung gebetet.“
„Aber warum das, Mutter?“ verſetzte Philipp mit Derbheit. „Ich habe doch mein beſtes gethan.“
„Ja, mein Kind, das haſt du— und möge Gott dich dafür ſegnen. Wie oft war ich nicht Zeuge, daß du dein ungeſtümes Temperament zügelteſt und Deinen gerechten Unwillen niederkämpfteſt, um die Gefühle deiner Mutter zu ſchonen. Erſt vor einigen Tagen ließ dich nicht einmal der Hunger deiner Mutter ungehorſam wer⸗ den. Und, Philipp, du mußt mich für wahnſinnig gehalten haben,
daß ich ſo lange darauf beſtand, dich hier zu behalten, ohne dir
einen Grund anzugeben. Ich will dir bald das Weitere ſagen.“ Die Wittwe drehte den Kopf auf dem Kiſſen und blieb einige


