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„Merkt auf meine Worte, Mynheer Poots,“ erwiederte Philipp. „So wahr ein Gott im Himmel iſt— wenn Ihr nicht mitkommt, er⸗ droßle ich Euch auf der Stelle. Und wenn Ihr in unſrem Hauſe anlangt und nicht Euer Beſtes thut, um meine arme Mutter zu retten, ſo iſt's auch dort um Euer Leben geſchehen. Ihr wißt, daß ich ſtets Wort halte; laßt Euch daher rathen und kommt ruhig mit. Ihr ſollt gewiß bezahlt werden— und noch obendrein gut bezahlt— ſogar, wenn ich den Rock vom Leibe verkaufen müßte.“
Dieſe letztere Bemerkung that vielleicht beſſere Wirkung, als ſogar die Drohungen. Poots war ein erbärmliches kleines Wichtlein und in der gewaltigen Fauſt des jungen Mannes wie ein Kind. Seine Wohnung ſtand einſam und er konnte erſt etwa hundert Schritte von Vanderdeckens Hütte Beiſtand erhalten. Mynheer Poots beſchloß da⸗ her, zu gehen, einmal weil ihm Philipp Bezahlung verſprochen hatte und dann, weil er mußte.
Sobald dieſer Punkt bereinigt war, eilten Philipp und Mynheer Poots der Hütte zu. Dort angelangt, fanden ſie die Kranke noch immer in den Armen zweier Nachbarinnen, welche ihr die Schläfen mit Weineſſig rieben. Sie war wieder zu ſich gekommen, konnte aber nicht ſprechen. Poots ließ ſie nach ihrem Schlafgemach hinauf und zu Bette bringen, reichte ihr einen ſäuerlichen Trank und begab ſich mit Philipp fort, um die nöthigen Arzneien zu beſorgen.
„Ihr müßt dies Eurer Mutter ſogleich geben, Mynheer Philipp,“ ſagte Poots, indem er ſeinem Begleiter ein Fläſchchen reichte.„Ich will jetzt zu dem Kind des Bürgermeiſters gehen und nachher wieder in Eure Hütte kommen.“
„Aber täuſcht mich nicht,“ verſetzte Philipp mit einem drohen⸗ den Blicke.
„‚Nein, nein, Mynheer Philipp. Eurem Onkel Van Brennen möchte ich nicht trauen, aber Ihr habt mir verſprochen, mich zu be⸗ zahlen, und ich weiß, daß Ihr ſtets Euer Wort haltet. In einer Stunde bin ich wieder bei Eurer Mutter— aber jetzt ſputet Euch.“


