Im Innern war das Erdgeſchoß ſowohl, als der erſte Stock in zwei größere Vorderzimmer und in zwei kleinere Hintergemächer abgetheilt= die vorderen natürlich nur in Vergleichung mit den beiden anderen groß zu nennen, da jedes nur ein einziges Fenſter beſaß und wenig mehr als zwölf Fuß in'’s Geviert maß. Der obere Boden wurde, wie gewöhnlich, zum Schlafen benützt, während die zwei kleineren Gemächer des Erdgeſchoſſes als Waſchküche und Rumpelkammer dienten. Eines der größeren functionirte in der Eigenſchaft einer Küche und war mit Tiſchen und Simſen ver⸗ ſehen, auf welchen di metallenen Kochgeräthe ſo ſchön wie Silber blinkten. Der Raum ſelbſt war höchſt reinlich gehalten, aber nur ſpärlich möblirt. Die Dielen des Bodens erſchienen ſo weiß, daß man Alles hätte darauf niederlegen können, ohne befürchten zu müſſen, es zu beſudeln. Ein ſtarker Tannentiſch, zwei hölzerne Stühle und ein kleines Kanapee, das aus einem der oberen Schlaf⸗ gemächer heruntergeholt worden, waren das ganze Ameublement. Das andere Vordergemach hatte man zum Beſuchszimmer ausge⸗ ſtattet; über die Art der Einrichtung wußte aber Niemand Aus⸗ kunft zu geben, da es ſeit faſt ſiebenzehn Jahren hermetiſch ver⸗ ſchloſſen geweſen und nicht einmal von den Einwohnern der Hütte beſucht worden war.
In der vorgenannten Küche befanden ſich zwei Perſonen. Die eine war eine Frau von etwa Vierzig, aber durch Gram und Leiden ganz abgezehrt. Wie man aus ihren regelmäßigen Umriſſen, aus der edlen Stirne und dem großen, dunkeln Auge entnehmen konnte, mußte ſie früher ſehr ſchön geweſen ſein; jetzt aber war ihr Ge⸗ ſicht ſo ſchmächtig, daß das Fleiſch beinahe durchſichtig erſchien. Wenn ſie finnend daſaß, überzog ſich ihre Stirne mit tiefen Run⸗ zeln, und bei dem gelegentlichen Aufblitzen ihrer Augen konnte man ſich des Gedankens, daß hier ein irrer Geiſt brüte, nicht er⸗ wehren. Es ſchien eine tiefe, nicht entfernbare, hoffnungsloſe


