Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
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(1235)

ſind daher erklärte Feinde der Schuͤten, oder der An⸗ haͤnger Alis. Heut zu Tage ſieht man jedoch die Afgha⸗ nen, als die am wenigſten eifrigen Mahomedaner an. Ihre gewoͤhnliche Kleidung beſteht in einem Hemde, das üͤber den obern Theil langer, enger Bein⸗ kleider herabfaͤllt, in einem wollenen Wamms, das genau an den Leib anſchließt, und bis auf den halben Schenkel reicht, und in einer hohen Mütze von grobem Tuche oder grober Baumwolle, meiſtens von einer Farbe und einer koniſchen Form, die am obern Ende des Vordertheiles zwey kleine Einſchn itte hat. Weitzen und Gerſtenbrod, Milch, Butter und Kaͤ⸗ ſe machen die gewoͤhnliche Nahrung der Afghanen aus. Im Winter und auf Reiſen genieſſen ſie haͤufig eine Speiſe, die man Croat nennt, und die aus geronnener, im Feuer oder an der Sonne gehaͤrteter und in Kugeln zuſammengedruͤckter Miſch beſteht. Werden dieſe Ku⸗ geln in warmem Waſſer aufgeloͤſt, und mit Brod ver⸗ miſcht, ſo geben ſie eine eben ſo nah rhafte als wohl⸗ ſchmeckende Speiſe. Ihre Kaͤſe verfertigen ſie durchge⸗ hends aus Schafmilch, die ſie hiezu fuͤr angemeſſe⸗ ner, als die Kuhmilch halten. Die Sitten und Gebrauche der Afghanen ſcheinen im Ganzen mit denen anderer m ahomedaniſchen Völ⸗ ker uͤbereinzuſtimmen, nur mit den Unterſchieden, welche von dem Klima und den verſchiedenen Graden von Kultur herrühren. Ihre Weiber halten ſie verbor⸗ gen, indeſſen ſind ſie in dieſem Punkte eben nicht ſehr ſtreng, und uͤberlaſſen ſich den Vergnugungen des Ha⸗ rems nicht ſo ſehr, als die Hindus, Perſer und Tüͤrfen.