Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
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Der Alleinbeſitz des Wiſſens, nahm es gleich auch allmaͤhlig ab, ſicherte nun der Prieſterkaſte im Staate das allgemeine Gefuͤhl ihrer Nothwendig⸗ keit; ſtatt ſchlichte Wahrheit zu verkuͤnden, mußte nun der willkommnere Wahn in ein myſtiſches Ge⸗ wand gehuͤllt, die Meinung ihrer Ehrwüͤrdigkeit

verbreiten; auf dieſe Weiſe jedem Gliede des Staa⸗

tes, dem Staate ſelbſt nothwendig und heilig ge⸗ worden, konnte die Prieſterkaſte auf Ruhm und Ueberfluß rechnen, ihnen huldigte die Nation, ih⸗ nen mußte ſelbſt der Herrſcher gehorchen.

Allein dieſes ſelbſtſüchtige Kaſtengluͤck ſollte

geſtoͤrt werden. Cheops war es, dem der Nah⸗

me eines Koͤnigs von Aegypten nicht genuͤgen konn⸗ te, wenn er es nicht wirklich waͤre, fuͤhlte Kraft genug in ſich, dem Unweſen zu ſteuern. Zum erſten⸗ mahl ſeit langer Zeit gewann die koͤnigliche Wuͤr⸗ de, zum Schattenbilde verduͤnnt, wieder Koͤrper und kräftiges Leben. Um die gefaͤhrlichen Diener des Mythos zu ſtuͤrzen, mußte der Mythos ſelber fallen. Die ererbte Kunde aus Hinduſtan, von welchem die Kultur uͤber Aethiopien nach Aegypten ausgegangen war, both ihm einen gelaͤuterten Goͤt⸗ terdienſt an; die hehren Symbole des Feuers, die Pyramiden, welche wir noch in Hinduſtan vorfin⸗ den, ſollten auch Aegypten als eine Heimath ein⸗ geraͤumt werden, und die Unterthanen des Koͤnigs nicht laͤnger einen Kultus heybehalten, der ihre Vernunft befing. ihren Wohlſtand untergruh, und