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das Endliche dem Unendlichen die Hand reicht. Bey⸗ nah immer friedlich laͤchelnd und ein mildes ſtaͤtti⸗ ges Klima goͤnnend, ſeukt ſich der Aether auf Aegyp⸗ tens Fluren, und der gluͤhende Odem des Chramſt vermag es nicht, gleich dem wuͤthenden Boreas, die architektoniſchen Monumente alter Kraft zu zerſtoͤren; ſie, die unter unſerem Himmel kaum ein Jahrtau⸗ ſend erleben wuͤrden, ſind in Aegypten Vermaͤcht⸗ niſſe uralter Vergangenheit, und werden, zum Thei⸗ le wenigſtens, jene entfernteſte Zukunft erwarten, welche die begraͤnzte Faſſungskraft der Menſchen ſchon mit dem Nahmen Ewigkeit bezeichnet.
Ehe noch die äͤgyptiſche Prieſterkaſte die Re⸗ gierungsform in eine Art von Theokrazie umſtalte⸗ te, war ſie ohne Zweifel im Beſitz eines reineren Wiſſens; die Lebren der Weisheit, die Berichte der Geſchichte waren damahls gelaͤuterter und ge⸗ ktreuer. Als aber die Kaſte den Thron umſtrickt, und alles Wiſſen in ihren eigenen engen Kreis einbannte, dann erſchlaffte allmaͤhlig jeder edlere Forſchungstrieb; Selbſtſucht und Eitelkeit, welche ſonderbar genug die einzeln ſtehenden, in ſich ſelbſt erloͤſchenden Individuen fuͤr ihren ganzen geſell⸗ ſchaftlichen Koͤrper ſorgen heiſſen„mußten bey den aͤgyptiſchen Goͤtzendienern um ſo kraͤftiger wirken, da die Geſtattung der Ehe jedem Einzelnen von ihnen Hoffnung gab, das erworbene Gemeingluͤck des ganzen Koͤrpers, auch auf die Fortſetzung der eigenen Individuaglitaͤt zu vererben,


