Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
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Die zweyte Pyramide iſt der Chephren, wel⸗ cher nach Angabe Groberts 655 Fuß am Grunde und 398 in der Hoͤhe hat. Er liegt auf einem fel⸗ ſigen Grunde, deſſen Abhang gegen 5 Toiſen betraͤgt. Man bemerkt am Felſen von Raum zu Raum Thuͤr⸗ oͤffnungen und Zimmer. Aus dieſen gelangt man durch viereckige Loͤcher wieder in andere Zimmer, worin aller Wahrſcheinlichkeit nach Mumien ſtan⸗ den. Ungeachtet der dem Anſcheine nach geringen Dauerhaftigkeit des Felſens findet man zum Theile im Innern der ſaͤmmtlichen Zimmer und uͤber den Eingangsthuͤren ſehr gut erhaltene Hieroglyphen. Dieſe Pyramide war ganz mit Granit von der In⸗ ſel Elephantine bekleidet; jetzt aber iſt ſie es nur mehr zum Theil und zwar an dem oberen Ende. Die Beſchaffenheit der Thuͤren beweiſet, daß auch dieſe Pyramide ihre ganz ehemahlige Hoͤhe hat; der Sand und die Steintruͤmmer, welche von der Pyramide herabſielen, haben den Boden kaum um zwey Fuß hoͤher gemacht. Der Erbauer dieſer Pyramide war Chephren, der Bruder und Nachfolger des Che⸗ ops, er ſoll 56 Jahre regiert haben; auch dieſer Bau konnte waͤhrend einer ſo langen Regierung fuͤr die Unterthanen in der That ſelbſt nicht ſo beſchwer⸗ lich ſeyn, als die aͤgyptiſchen Prieſter es ihrem Vol⸗ ke und der Nachwelt ſelbſt einlispelten.

Die dritte Pyramide iſt der Mykerin. Sie befindet ſich ſuͤdweſtlich den vorigen, iſt aber um Wieles kleiner; dagegen war ſie aber bey weitem

praͤchtiger. Waͤhrend Jene mit roſenfarbnem Gra⸗