Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

(21)

Nation veranlaſſen, und die angeblich ungeheure, das Land erſchoͤpfende Summe von 2, 400, 000 Tha⸗ lern, welche die angefuͤhrten Lebensmittel hinnen 20 Jahren koſteten, ſinken auf die hoͤchſt unbedeu⸗ kende jährliche Ausgabe von 120,00 Thalern her⸗ ab, und erlauben keinen Schluß auf einen Koſten⸗ betrag im Ganzen, der das ſo bluͤhende Land haͤtte zu Grunde richten koͤnnen. Ueberdieß bezeugt ſelbſt das Maͤhrchen, Cheops habe Geldbeduͤrſtig ſeine Tochter Preis gegeben, daß dieſer Regent nicht blos aus dem Staatsvermoͤgen, ſondern aus dem eigenen Schatze den Bau zu Stande brachte. Prieſterhaß gegen die Einfuͤhrung eines abweichenden Kultus, zu welchem unter Anderen die Pyramiden dienen ſollten, hat hauptſaͤchlich jene wuͤthenden Beſchimpfungen veranlaßt, welche ſelbſt aus dem Munde des mil⸗ den Herodot ſprechen, laute Aeuſſerungen der öffent⸗ lichen Mißbilligung veranlaßten und von dem Grif⸗ fel jenes nicht immer kritiſchen Geſchichtſchreibers auf die nachſchreibende Feder ſelbſt neuer Schriftſtel⸗ ler ſich vererbten. Daß es uͤbrigens verdienſtlicher geweſen waͤre, wenn Cheops ſtatt des Koloſſalen, Werke des Schoͤnen der Nachwelt vermacht haͤtte, bedarf freylich keiner Eroͤrterung: allein eigenes mehrſeitiges Intereſſe, der Kulturſtand und der Geiſt der alten Aegypter veranlaßte nur giganteske Schoͤ⸗ pfungen; zu dem muß die Nachwelt dem Cheops und ſeinen Nachfolgern immer noch verbunden ſeyn⸗ daß ſie jetzt unter ſo vielem Winzigen auch erwas wahrhaft und erhebend Groſſes hat.