Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
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lich, daß ſie zu Zeremonien und Orakeln benützt wurde.

Ungefaͤhr 2 200 Schritte von der groſſen Pyra⸗ mide ſtehet gegen Oſten der groſſe Sphynx. Er iſt ein koloſſaler weiblicher Kopf von ſchoͤner Aethiopi⸗ ſcher Phyſiognomie, aus einer Steinart, deren fei⸗ ne Beſchaffenheit jener aͤhnelt, die in den Pyramiden und in allen Lybiſchen Felſen getroffen wird; ein Umſtand, der wirklich ein Erſtaunen abnoͤthigt, daß ſich der Kopf noch in ſo gutem Zuſtande befindet, es ſcheint aber, als habe er ſeine Erhaltung einer noch kenntlichen Lage von gelbbraunem Ueberzuge zu verdanken. Dieſer Kopf hat eine Hoͤhe von 25 Fuß, und vom Ohr bis zum Kinn mißt er 15 Fuß. Die Naſe iſt, wie es ſcheint, muthwillig verſtuͤmmelt worden, nicht minder hat auch der Hals Beſchaͤdi⸗ gungen erlitten. Mehr Bewunderung als die koloſ⸗ ſale Groͤſſe dieſes Kopfes, verdient nach Denon ſeine vollendete Ausarbeitung. Er fand die Umriſſe deſſelben nicht blos richtig, ſondern auch lieblich gerundet. Dieſer Kopf, ſagt er, hat einen ſchoͤnen Ausdruck von Sanftheit, Anmuth und Ruhe. Der Charakter der Phyſiognomte iſt afrikaniſch, der Mund mit aufgeworfenen Liypen hat etwas ſo Weiches und Feines, das wahre Bewunderung verdient, es iſt Fleiſch und Leben da. Als man dieß Denkmahl verfertigte, ſtand die Kunſt ohne Zweifel auf einem hohen Gipfel von Vollkommenheit.

Man glaubte bisher, der Sphynx, der uͤbrigens zu einem Orakel gedient haben ſoll, ſey bloß ver⸗ ſun⸗