Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1809)
Entstehung
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chen, deſſen Höhe die Pyramiden doch nicht gleich kommen, geht ihr Koloſſales erſt dann hervor, wenn man auf ſelben einige Geſtalten erblickt, die ſchon in einer gewiſſen Hoͤhe ſie zu erſteigen bemuͤht ſind, und kaum mehr kletternden Ziegen aleichen. Denkt man ſich dann eine feyerliche Prozeſſion, die von der Tiefe bis zur Spitze die ganze Laͤnge der von auſ⸗ ſen zu erſteigenden Pyramide einnimmt, dann geht ihre giganteske Groͤſſe rein und ſtaunenswerth hervor.

Die erſte der groſſen Pyramiden von Oſchiſeh hat den neueſten und zuverlaͤſſigſten Berechnungen zufolge an ihrem Fuße eine Breite von 699 Fuß 9 Zoll Linien, und da ihr die Spitze fehlt, eine Hoͤhe von 662 F. 9 8. 7 2. Sie iſt aus Qua⸗ derſteinen oder aus Bloͤcken von weichem Kalkſtein erbaut, die aus den benachbarten Gebirgen und unter Andern aus dem Mokattamthale Koſſeir genommen ſind. Dieſe Bloͤcke haben eine Laͤnge von 10 bis 20 Ellen, eine Tiefe von 2 bis 3, ungefaͤhr dieſelbe Breite und eine Hoͤhe von 3 Fuß. Sie liegen in 207 Abſtufungen, die aufſteigend abnehmen, ſo daß die vierſeitige Pyramide von der Baſis bis zu ihrer Spitze immer ſchneller zulaͤuft, und daß man nicht ohne Muͤhe und nur mit Anwendung der Haͤnde die Spitze erklettern kann. Zwiſchen dieſen Steinen findet man ſo groſſe Zwiſchenraͤume, daß man mit einem Arm hineinlangen kann, und nur an wenigen Orten zeigen ſich Spuren von Moͤrtel. Die Pyra⸗ mide hat keine Grundfeſte; denn man ſieht den Fel⸗ ſen, auf welchem ſie ruht, an verſchiedenen Stellen

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