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entzuͤckendes Gemaͤlde, das durch keine Menſchen⸗ kunſt koͤnnte verſchoͤnert werden. Allmaͤhlig aber vermindert ſich das angebaute Land und der Sand wird haͤufiger, bis man endlich an den Fuß des Hügels gelangt, auf welchem die Pyramiden ſte⸗ hen, und wo mehrere Oeffnungen von merkwuͤr⸗ digen Katakomben erſcheinen, die von Auſſen und im Innern mit Hieroglyphen verſehen ſind. Doch die Gröͤſſe des lang erſehnten Eindrucks, welchen dieſe Pyramiden, das zweyte Weltwunder der Alten, machen, erlauben den draͤngenden Gefuhlen des Wanderers nicht, den Katakomben ſogleich jene Auf⸗ merkſamkeit zu widmen, deren ſie durch ihre bedeu⸗ tungsvollen Bilderſchaͤtze der Vorwelt doch 1 wuͤr⸗ dig waͤren.
NRaſch aufwaͤrts dringend, erſteigt man eine felſige Anhoͤhe von ungefaͤhr 100 Fuß, die zum Theile mit weiſſem Sande bedeckt iſt und zur Kette der Libiſchen Gebirge gehoͤrt, welche den Ueber⸗ ſchwemmungen des Nil Graͤnzen ſetzen. Einige Schritte fuͤhren nun zu einem Graben, der vielleicht die Oeffnung des Kanals war, welcher nach Hero⸗ dot durch die Tiefe des Felſens lief, um die Ma⸗ terialen zur Bekleidung der Pyramiden herbeyzu⸗ tragen.
Die eckigen und ſchiefliegenden Flaͤchen machen die Pyramiden in der Naͤhe kleiner erſcheinen, als von Ferne; denn die Harmonie der Verhaͤltniſſe ver⸗ birgt die Groͤſſe der Maſſe. Gewohnt, dem Raume nach groſſe Gegenſtaͤnde mit einem Berge zu verglei⸗


