Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1809)
Entstehung
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Die Bevöolkerung gieng mit Rieſenſchritten vor⸗ waͤrts, eben ſo der Anbau im Innern des Landes. Immer die Einfaͤlle der Portugieſen fuͤrchtend, bau⸗ ten ſie jede Ortſchaft auf einer Erhoͤͤhung. Ihre Hauptſtadt Palmares hatte eine Meile im Umfange und war mit einer Verſchanzung von einer doppel⸗ ten Reihe groſſer Baumſtaͤmme umgeben. Dieſer Wall war durch drey Thore unterbrochen, auf de⸗ nen ſie groſſe Altanen angebracht hatten. Jede die⸗ ſer Pforten wurde in Friedenszeiten von 200 Sol⸗ daten unter einem Anfuͤhrer von bekannter Tapfer⸗ keit bewacht.

Im Innern waren die Haͤuſer zerſtreut und unregelmaͤſſig, weil ein groſſer Theil des Erdreichs dem Anbau vorbehalten blieb. Das Waſſer bezogen die Einwohner aus einem fiſchreichen See, aus wel⸗ chem in verſchiedenen Richtungen Baͤche floſſen. Der Pallaſt des Fuͤrſten war weitlaͤufig, man ſah mit⸗ unter Privathaͤuſer, die nach ihrer Art praͤchtig wa⸗ ren, und die Bevoͤlkerung belief ſich auf 20,000 Seelen.

Bald machte die neue Nation ſolche Fortſchrit⸗ te, daß ſie ſelbſt die Exiſtenz der europaͤiſchen Kolo⸗ nieen zu bedrohen ſchien. Schon waren ſie bis zum Jahre 1696 unangegriffen geblieben, und ſahen be⸗ reits ihre dritte Generation empor wachſen. Cae⸗ tano Mello, Gouverneur von Pernambuco, uͤbergab daher dem Generalkapitaͤn und Gouverneur von Ba⸗ hia, Don Juan de Lancaſtro einen Plan, zu deſſen Ausführung dieſer ſogleich 1v00 Mann beorderte.