Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1809)
Entstehung
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Ueberroͤcken uͤber dem Hemde von dem duͤnnſten Monſ⸗ ſelin, und da das Hemde oberwaͤrts ſehr weit aus⸗ geſchnitten iſt, ſo zeigt ſich nur zu ſehr der dunkel⸗ braune Buſen und Nacken. Ihr lauges, ſchwarzes Haar wird mit gefaͤrbten Baͤndern aufgebunden, und mit den herrlich riechenden Blumen der Plu⸗ meria, der Juberoſe, des Jasmins durchflochten. Dabey werden ſelten Struͤmpfe getragen. Zur Kir⸗ che ſchlagen ſie ein ſchwarzes tuchenes oder ſeidenes Gewand uͤber, und bey Regenwetter tragen ſie Pan⸗ toffeln. Vornehme zeichnen ſich beſonders durch fein gearbeitete goldene Ketten, oft mehrere Ellen lang, aus, die ſie um den Hals tragen, und woran ein Agnus Dei herabhaͤngt. Zum Ausgehen bedienen ſie ſich der Saͤnften und Carriolen.

Die Fleiſchſpeiſen der Braſtlianer ſind nur von geringer Guͤte; Gefluͤgel und Fiſche dagegen ſind trefflich. Milch und Butter findet man ſelten, alles wird in Oehl gekocht. Selbſt die hoͤheren Klaſſen bedienen ſich beym Speiſen der Finger ſtatt der Meſ⸗ ſer und Gabeln. Sie ballen das ſehr weich gekoch⸗ te Fleiſch, die Mehlſpeiſen und Gemuͤſe bis zur Groͤſſe einer Seifenkugel, tauchen dieſe in die Bruͤhe, und ſtecken ſie ſodann ungetheilt in den Mund. In⸗ deſſen waſchen ſie ſich doch vor und nach dem Eſſen die Haͤnde.

Laͤßt der Gelehrte und Vornehme in China die Naͤgel aller Finger bis zu einer ungewoͤhnlichen Laͤn⸗ ge wachſen, ſo genießt in Braſtlien nur der Dau⸗ men oder der Zeigefinger dieſes Vorrechts. Sie