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ſpiten die Naͤgel dann ſcharf zu, und ſtolziren da⸗ mit, wenn ſie die Guitarre ſpielen. Uebrigens iſt die Mufft im Ganzen, beſonders die zum Tanz, den Negern uͤberlaſſen. Der Tanz ſelbſt iſt aber ein Ge⸗ miſch des wolluͤſtigen Fandango und der noch unzuͤch⸗ tigeren Taͤnze der Neger von Guinea. Die Orgien der Bajaderen Oſtindiens ſind dagegen noch ſehr anſtaͤndig.
Rio Janeiro hat auch eine Oper. Die Baͤlle und Conzerte werden dort im Gouvernementshauſe gegeben. Die oͤffentlichen Kaffeehaͤuſer ſind daſelbſt und in Bahia ſchlecht und ſchmutzig.
Im Ganzen wird die Geſelligkeit durch Indo⸗ lenz und Eiferſucht ſehr eingeſchraͤnkt. Die Frauen⸗ zimmer, welche enge eingekerkert leben muͤſſen, ſuchen ſich durch Rendezvous in den Kirchen und bey Nacht ſchadlos zu halten Sie zeigen ſich in der Abenddaͤmme⸗ rung auf den Balkons ihrer Haͤuſer und werfen auf diejeni igen unter den vorübergehenden Mannsperſonen, die das Gluͤck haben, ihnen zu gefallen, Blumen⸗ ſtraͤuſſe herab. Dieß trifft beſonders die Fremden. Dr. Solander und einige engliſche Seeeffiziere. welche den Kapitaͤn Cook auf ſeiner erſten Reiſe um die Welt begleiteten, wurden ſo ſehr mit dieſen ſchönen Einladungen uͤberſchuͤttet, daß ſie ganze Hü⸗
te voll davon wegwerfen mußten.
Dieſe von dem Klima ſelbſt begünſtigte Simn⸗ lichkeit und Indolenz, gemiſcht mit Bigottismus und ſtaͤtem Gefuͤhl des harten Drucks der Regierung laͤßt natuͤrlich fuür Kenntniſſe, Wiſſenſchaften und Volksaufklaͤrung wenig erwarten.


