Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1809)
Entstehung
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(122.

und dieſer Nationalcharakter zeigt ſich ſchon auf⸗

fallend bey Kindern von vier bis fuͤnf Jahren, be⸗ ſonders, wenn man ſie mit jenen der Europaͤer vergleicht. Der Mexikaner lieht das Geheimnißvolle auch bey den geringfuͤgigſten Handlungen; die hef⸗ tigſten Leidenſchaften bemerkt man nicht auf ſeinem Geſichte, und es iſt ſchrecklich zu ſehen, wie er oft, wenn ihn die Leidenſchaft uͤberwaͤltigt, aus ſeiner anſcheinenden Gleichgiltigkeit ploͤtzlich in die wü⸗ thendſte Raſerey uͤbergeöt.

Die Amerikaner halten, wie alle unter das Joch eines langwierigen Despotismus gebeugten

Voͤlker, mit ungemeiner Hartnaͤckigkeit an ihren Gewohnheiten, Sitten und Meynungen. Man

koͤnnte es fuͤr eine dieſer Behauptung widerſprechen⸗ de Erfahrung halten, daß ſie ſo ſchnell den Glau⸗ ben ihrer Vaͤter verlieſſen, und zur chriſtlichen Re⸗ ligion uͤbergiengen. Aber man muß bedenken, daß die Miſſionaren mit uͤberlegener Klugheit einige Aehn⸗ lichkeiten in den mexikaniſchen Religionsgebraͤuchen benuͤtzten, und ſo das Volk, welches unter Religien nichts als den aͤuſſern Kultus verſteht, leicht zum Hebertritte bewogen,

An eine langwierige Sklaverey gewohnt, er⸗ tragen die Eingebornen Mexikos geduldig die Pla⸗ kereyen, denen ſie noch immer von Seiten der Weiſ⸗ ſen ausgeſetzt ſind, und ſetzen ihr nichts, als unter dem Schleyer der Einfalt verſtellte Liſt entgegen. Gerne verbinden ſie ſich mit den Spaniern zur ge⸗ meinſchaftlichen Unterdruͤckung ihrer Mitbruͤder, und

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