Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1809)
Entstehung
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wohnen, wo die Agave haͤufig gebaut wird. In der Hauvtſtadt werden von der Polizey eigene Leu⸗ te ausgeſchickt, um die auf den Straſſen hingeſtreck⸗ ten Betrunkenen aufzuſuchen. Man bringt ſie auf die Hauptwache, legt ihnen am andern Morgen ei⸗ nen eiſeruen Ring an den Fuß, und haͤlt ſie drey

Tage hinburch zur Straſſenreinigung an. Wenn

man ſie am vierten Tage frey laͤßt, kann man voll⸗ kommen ſicher ſeyn, bald wieder andere an ihre Stelle zu bekommen.

Neiſende, die nur nach der Phyſiognomie der Indianer urtheilen, muͤſſen nothwendig glauben, es ſey etwas ſehr ſeltenes, einen Greis unter ihnen anzutreffen. Ohne die Pfarrregiſter nachzuſchlagen,

weiche noch uͤberdieß in den heiſſen Laͤndern alle

20 oder 30 Jahre von den Termiten verzehrt wer⸗ den, iſt es auch ſeyr ſchwer, das Alter der Einge⸗ bohrnen kennen zu lernen; denn ſie ſelbſt wiſſen es nicht anzugeben. Ihr Kopf wird nie grau, der Man⸗ gel an Bart giebt ihnen immer ein zugendliches An⸗ ſehen, ihre Haut runzelt ſich ſchwer. Es iſt nicht

ſelten, in Mexiko Indtaner, beſonders Weiber von

100 Jahren zu finden. Dieſes Alter iſ g⸗woͤhnlich gluͤcklich, denn der Mexikaner und Peruaner behalt ſeine Muskelkraft meiſtens dis an den Tod. Waͤh⸗ rend meines Aufenthaltes in Lima ſtarb in dem 4 Lieues von Arequipa entfernten Dorfe Chiguata der Indianer Hilario Pari in einem Alter von 143 Jah⸗ ren, er war durch 90 Jahre mit der Indianerinn Andrea Alea Zar vereheligt geweſen, welche ein al⸗ V. Baͤndch. B