Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1809)
Entstehung
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ziemlich hohes Alter. Als ruhige Ackersleute ſchon ſeit ſechshundert Jahren in Doͤrfer verſammelt, ſind ſte bey weitem nicht den vielen Beſchwerlichkeiten und Gefahren ausgeſetzt, welche das nomadiſche Leben der jagdliebenden und kriegeriſchen Voͤlker am Miſſiſſipi und Rio Gila mit ſich führt. Ge⸗ woͤhnt an eine einförmige, beynahe ganz aus dem Pflanzenreiche genommene Nahrung, würden die Indianer ohne Zweifel noch ein weit hoͤheres Alter erreichen, wenn nicht die Trunkenheit ihre Konſli⸗ tution ſchwaͤchte. Sie bedienen ſich des Brannt⸗ weins aus Zuckerrohr, aus Mais und der Jatro⸗ phawurzel, des einheimiſchen Weins und des Saf⸗ tes der amerikaniſchen Agave, den ſte Pulque nen⸗ nen. Das letztere Getraͤnk, mit Maaß genoſſen, iſt keineswegs ſchaͤdlich, es ſtaͤrkt den Magen und befoͤrdert die Verrichtungen des gaſtriſchen Syſtems.

Indeſſen iſt das Laſter der Trunkenheit bey weitem nicht ſo allgemein unter den indianiſchen Voͤlkerſchaften, als man zu glauben pflegt. Ich habe in den Waͤldern von Guiana, an den Ufern des Oronoko, Landeseingebohrne getroffen, welche Abſcheu gegen den Branntwein bezeugten, den ich ihnen zu koſten gab; es giebt uͤberdieß mehrere ſehr nuͤchterne indianiſche Volksſtaͤmme, deren gegohrne Getraͤnke viel zu ſchwach ſind, um einen Rauſch zu verurſachen. In RNeuſpanien iſt die Trunkenheit hauptſaͤchlich unter jenen Landeseingebohrnen ge⸗ mein, welche das Thal von Mexiko, die Gegenden von Puebla, Tlascala und uͤberhaupt jene Orte be⸗

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