Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1809)
Entstehung
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ſich gegen die Schlaͤfe in die Hoͤhe ziehen, hervor⸗ ſpringende Backenknochen, breite Lippen, um den Mund einen ſanften Zug, der mit ihrem duͤſtern, melancholiſchen Blick ſehr fontraſtirt. Der Stamm der Amerikaner, iſt nach jenem der hyperboraͤiſchen Voͤlker der am mindeſten zahlreiche, aber er nimmt den groͤßten Naum auf der Erdflaͤche ein. Auf ei⸗ nem Naume von anderthalbtauſend Quadratlieues von den Inſeln des Feuerlands bis zum Laurenz⸗ fluß und der Beriugsſtraſſe erſtaunt man beym er⸗ ſten Aablicke uͤber die Aehnlichkeit in der koͤrperli⸗ chen Bildung der Landesbewohner. Man glaubt ſich überzeugt, daß ſie, ungeachtet der ſehr groſſen Verſchiedenheit ihrer Sprachen, von einem Stam⸗ me entſproſſen ſind. Bey einem laͤngern Umgange mit dieſen Nationen ſieht man aber bald ein, daß ſelbſt beruͤhmte Reiſende, welche aber nur wenige Indioiduen in den Kuͤſtenlaͤndern beobachten konn⸗ ten, dieſe Aehnlichkeit viel zu groß angeſetzt haben.

Die intellektueile Kultur iſt es unſtreitig, wel⸗ che die groſſe Verſchiedenheit der Zuͤge bewirkt. Bey barbariſchen Voͤlkern trifft man vielmehr eine Phyſtognomie des Stammes der Horde, als eine Pöyſtognomie eiazelner Individuen. Der Europaͤer ſieht bey Betrachtung dieſer Voͤlker anfaͤnglich nur auf die von der unſrigen ſo ſehr verſchiedene Haut⸗ farbe, und die Gleichheit derſelben macht in ſeinen Augen den Unterſchied der individuellen Zuͤge ver⸗ ſchwinden.