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Im Norden Neuſpaniens, uͤber dem zoſten Breitengrad, findet man nur ſehr wenige Indianer. Als die Spanier das Land eroberten, waren dieſe Provinzen der Aufenthaltsort der Chichimequen und Otomiten, zweyer nomadiſchen Voͤlker, deren nicht ſehr zahlreiche Horden ungeheure Laͤnder durchſtreif⸗ ten. Der Ackerbau und die Civiliſation ſcheinen ſich in dieſem Lande nur auf den Bergflaͤchen der ſudin chen Gegenden verbreitet zu haben.
Vom ſiebenten bis zum dreyzehnten Jahrhun⸗ dert ſcheinen fortwaͤhrend groſſe Voͤlkermaſſen ſich vom Norden gegen den Suͤden bewegt zu haben. Die kriegeriſchen Voͤlkerſchaften, welche, eine nach der andern, das Land Anahuac uͤberſchwemmten, kamen alle aus den Gegenden im Norden des Rio Gila. Die hieroglyphiſchen Tafeln der Azteque's haben uns das Andenken der vorzuͤglichſten Epochen aufbehalten, welche in den Wanderungen der ame⸗ rikaniſchen Nationen bemerkenswerth ſind; ſie hat⸗ ten Aehnlichkeit mit der groſſen Voͤlkerwanderung⸗ welche Europa im fuͤnften Jahrhunderte wieder in die Nacht der Barbarey zuruͤckſtuͤrzte, nur daß die Folge fuͤr Amerika gerade die umgekehrte war, in⸗ dem die wandernden Voͤlker Kultur und Civiliſation in Mexiko verbreiteten. Die Toultequer, Chichi⸗ mequer, Nahualtequer und Acolhuer oder Azteque's durchzogen nach einander in einem Zeitraume von ſechs Jahrhunderten das Land und lieſſen ſich in demſelben nieder. Die Toultequer führten die Kul⸗ tur des Mais und der Baumwolle ein; ſie bauten


