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Spazierritt in den Morgenſtunden. Er ſorach von ſeinem Herrn mit Enthuſiasmus, und ſagte dem Ambaſſadeur auf eine artige Weiſe, daß Paris die Hauptſtadt Perſiens ſey, ſtaͤts haͤtten die Perſer die Franzoſen geliebt, und ſo wie das Bette eines groſ⸗ ſen Fluſſes auf einen Angenblick austrocknen koͤnne, und ſich dann wieder mit überflüſſigem Waſſer an⸗ fuͤlle, ſo waͤren die freundſchaftlichen Beziehungen durch die Revolutionen Perſiens vernichtet worden, jetzt wuͤrden ſie zwiſchen beyden Nationen wieder er⸗
neuert, und es ſey das erſte Augenmerk des Koͤ⸗
nigs, uns Beweiſe der Freundſchaft, die er fuͤr uns hege, zu geben.
Den öten Dezember. Der General verabredete mit dem Großweſſir, das bey ſeiner Vorſtellung beym Koͤnige zu beobachtende Ceremoniel. Waͤh⸗ rend der Unterredung konnte Mirza Chefi den Ein⸗ druck nicht verhehlen, welchen Lord Malcolm, Am⸗ baſſadeur der oſtindiſchen Kompagnie in Perſien, machte. Er hielt an tauſe Domeſtiken, ein eige⸗ nes Muſikchor und vertheilte mit vollen Haͤnden Gold und Silber unter das Volk.
Trotz allen Verſprechungen erhielten die Herren Offiziere nicht eher, als den vierten Tag, ſchickliche Wohnungen. Die Perſer haben keine Idee von der Wuͤrde, die von dem Militaͤrſtande unzertrennlich
iſt; Mirza Cheſi fragte die Offiziere, ob ſie leſen koͤnnten?—
Alle Geſchaͤfte werden hier ſehr langſam betrie⸗ ben, Man muß den guten Willen der Miniſter nicht


