Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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wenn auch noch einen tiefen Widerwillen gegen eine Verbindung ihres einzigen Sohnes und Erben mit einer Bürgerlichen, doch nicht den Muth mehr, Karl ihre Einwilligung zu ver⸗ ſagen. Aber was ſie vor Allem ſchmerzlich be⸗ rührte, das war, daß ſich dieſe jungen Leute ſo ſtillſchweigend von der Fürſtin wie ein Braut⸗ paar hatten behandeln laſſen, und daß ihr ganzes Haus ohne Weiteres eben ſo ſtillſchwei⸗ gend die Sache als abgemacht zu betrachten ſchien.

Sie hatte ein paar Mal ihrem Eheherrn höchſt bedeutſame Blicke zugeworfen; aber der wackere Guntram ſtrahlte und glühte heute in verklärtem Oeſterreicherthume und hatte kein Verſtändniß für die Flammenhieroglyphen ihrer zornigen Blicke. So ſteigerte ſich denn jeden Augenblick die Gefahr, daß etwas geſchehe, was ihre mütterliche Autorität unrettbar compromit⸗ tiren würde. Zwar, das Geſpräch nahm eine

Schuͤcking, Sohn des Volkes. II. 18