Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Schilt mich nicht! ich kann nicht anders!

Es liegt in jedem Frauengemüth eine Re⸗ gion, in welche nur ſchwer das Verſtändniß des Mannes eindringt. Karl entdeckte dieſe Region jetzt zum erſten Male und ſtand rathlos, ver⸗ zweifelnd an ihrer Schwelle.

Nach einer Weile öffnete ſich die Thür und geräuſchlos trat der Domherr ein. Trotz allen Erſchütterungen dieſes Morgens ſchlug das gute Herz des ſchwärmeriſchen Onkels Deſibod doch vor Freude hoch auf, als er Karl und Cöleſtine einander in den Armen liegen ſah und nun daran dachte, wie jetzt ſicherlich Niemand mehr ſie trennen werde— wie ſeine ſtolze Schwägerin ſelbſt jetzt der Retterin ihres Hauſes freudig ihren mütterlichen Segen geben werde. Die Schäferei und die Empfindſamkeit hatte er in der Angſt der Prüfungsſtunde freilich abgeſchwo⸗ ren: aber dies galt nur für die Bücherwelt, im Leben da behielten ſie für ihn ihr volles Recht!