Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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und menſchliche Gefühl eines Königs der erbarmungs⸗ loſen Kritik der Mit⸗ und Nachwelt unterworfen. Wir ſind beneidet, aber mit Unrecht; wir herrſchen über Viele, aber wir ſelbſt ſind weniger frei als der letzte unſerer Unterthanen. Könige ſind nur die herausge⸗ putzten Sklaven von Millionen.

Majeſtät, antwortete Sophie, ergriffen von der ernſten Klage des Fürſten,dafür ſind Sie auch geliebt von Vielen. Schwer mag die Verantwortung der Krone drücken, launenhaft iſt die Neigung der Menge, aber ein edles Wollen wird zuletzt doch von den Menſchen anerkannt.

Man ſagt, ein König hat keinen wahren Freund, ſprach der Fürſt;ſeit heute glaube ich es faſt. Laſſen Sie mich Ihnen geſtehen, Sophie, als ich vor einer Stunde erfuhr, daß wir uns nahe ſtehen, daß von nun an ein heiliges Band uns vereint, daß es nur von Ihnen abhängt, Ihre Rechte geltend zu machen, und ich darf vor aller Welt frei mit Ihnen verkehren, da wurde mir zu Muthe wie noch nie in meinem Leben. Sie find edel und gut, Sie glauben an die Menſchheit, Sie würden, ſo hoffte ich, mich ganz verſtehen, die ehrfurchts⸗ volle Freundſchaft, die Bewunderung, die ich für Sie hege, nicht falſch auslegen; erhaben über jede klein⸗ liche Mißdeutung die Sie und ich verachten, ſo träumte