Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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beinahe ganz anlag. Ich warf ohne Neugierde und unwillkürlich, vielleicht um die Langeweile des Hinwar⸗ tens zu vertreiben, einen Blick auf die Adreſſe des Briefes. Derſelbe war für den Kammerdiener Fried⸗ rich beſtimmt und trug einen ruſſiſchen Poſtſtempel. Ich ſah genauer hin, um den Aufgabeort des Briefes zu entziffern, und war nicht wenig überraſcht, nun deutlich in ruſſiſchen Buchſtaben den Namen jenes Kloſters zu finden, in welchem Dein Vater, liebe Sophie, ſeine Jugend verlebte.

Welch ſeltſamer Zufall! rief das junge Mäd⸗ chen, deſſen Erwartung ſich nun auf das höchſte ſpannte.

Mr. Brown fuhr fort:

Ich notirte mir das Datum der Briefaufgabe und ließ einige Tage vorübergehen, während welcher ich mich über den alten Friedrich erkundigte. Mein Mißtrauen gegen Graf Ultritz, durch eine meinen ſeli⸗ gen Sohn betreffende Angelegenheit hervorgerufen, wurde nun auch in anderer Richtung rege. Jetzt be⸗ lobte ich mich ſelbſt meiner Vorſicht halber; der Abt war oftmals in mich gedrungen, ihm die Gründe mei⸗ ner Nachforſchungen anzuvertrauen und den Aufent⸗ haltsort und die Lebensſtellung des aus dem Kloſter Entſprungenen mitzutheilen. Ich aber hütete mich,