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reichen Herzen allein, immer allein zu ſein iſt eine Höllenqual. Da lernte ich Sie kennen, Ihr ſtolz ver⸗ ſchloſſenes Weſen zog mich an, Sie beehrten mich mit Ihrem Vertrauen. Ihr Wohlwollen, Ihre hochherzige Freundſchaft entſchädigte mich für Alles, was ich bis⸗ her entbehrt, und jetzt, jetzt reißt Sie das Schickſal auf ewig von meiner Nähe, aber nicht durch Krank⸗ heit, wie Sie ſchwermüthig meinen, o nein, die menſch⸗ liche Geſellſchaft trennt die hochgeborne Adlige von dem armen bürgerlichen Hofmeiſter.“
Marie ſchüttelte leiſe das Haupt und warf trotzig die Lippen auf, als ob ſie damit ihre Verachtung der Meinung der Geſellſchaft ausdrücken wollte.
„Wenn Sie auch heute die Verbindung mit Ihrem Vetter ausſchlugen“, fuhr Heinrich fort,„ſo werden Sie doch bald die Gattin eines andern Unbedeutenden mit bedeutendem Range ſein, Sie werden einem Mann folgen, der Sie mehr um Ihrer Ahnen, Ihres Beſitzthums als um Ihrer ſelbſt willen liebt, zwei vornehme Namen wird man verknüpfen— wer kümmert ſich darum, ob das Herz eines bürgerlichen, niedrig geſtellten Jüng⸗ lings darüber bricht!“
Einen Moment zuckte Mariens Arm, als ob ſie ihn dem ſo kühn ſprechenden Hofmeiſter entziehen wollte, aber ſie that es nicht.


