Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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preßten jungfräulichen Bruſt, den Pulsſchlag des ihm über Alles theuren Lebens. Ein nie gekanntes Gefühl überkam ihn; alle Härte und Seltſamkeit ſeines Cha⸗ rakters, der Groll über ſeine bürgerliche Geburt, über ſeine Armuth, ſeine dienende Stellung war in ſeinem Herzen gemildert, er fühlte nur noch eins, daß er Marie liebe, und in dieſem Augenblick war nicht mehr ausſchließlich Selbſtſucht die Triebfeder ſeiner Neigung, er liebte zum erſten Mal rein und wahr, wenn auch heftig und gewaltſam, wie es ſeine Natur gebot.

Rechts und links flammten die Blitze, der Donner rollte über den Häuptern der Arm in Arm Dahin⸗ wandelnden, aber ſie bemerkten es kaum.

Ohne Worte gaben ſie ſich der Seligkeit hin, die

in dieſem Beiſammenſein, in dieſer erſten Berührung für ſie lag, und keins von beiden wagte das Geheim⸗ niß zu entſchleiern, die Sympathie der Herzen auszu⸗ ſprechen, jedes zitterte, den Himmel in der Bruſt herab⸗ zuziehen in die Wirklichkeit, die ihren heißen und doch tiefverborgenen Wünſchen ſo feindlich war.

Und doch hätte Heinrich ſo viel zu ſagen gehabt; ſeine Entdeckung, die ihn ſo kühn gegen den Miniſter gemacht, mußte Marie im höchſten Grad intereſſiren, ſie war ja zunächſt betroffen, aber er dachte nun nicht

daran, oder erwog vielleicht, daß er jetzt die Leidende