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Herr von Claming ein, mit einem aufmunternden Blick auf Heinrich,„aber er hält nicht hinter dem Berge, wenn man ihn darum fragt.“
„Ein merkwurdig beſcheidener junger Mann“, flü⸗ ſterte der Miniſter in ſarkaſtiſchem Tone Herrn von Claming zu, jedoch laut genug, um von Heinrich ge⸗ hört zu werden.
Jetzt war es genug, der Graf ſollte die Heraus⸗ forderung büßen. So konnte man einen Pudel zwin⸗ gen, ſeine Kunſtſtücke zu zeigen, jawohl, aber nur einen dreſſirten; ein Sklave mochte die Hand küſſen, die ihn ſchlug, aber Heinrich war kein ſolcher; er rü⸗ ſtete ſich, dem Miniſter endlich einmal die Zähne zu zeigen. Sein ſonſt bleiches Geſicht färbte ſich und ſeine kleinen tiefliegenden Augen blitzten und bohrten ſich in die des allmächtigen Beherrſchers des Landes.
Seit einer Stunde fürchtete er ihn nicht mehr; er hatte ein beträchtliches Stück Schickſalsfaden aus dem verworrenen Knäuel der Vergangenheit losgelöſt, einen Faden, der vielleicht ſtark genug war, von nun an dem hochmüthigen Grafen die Hände zu binden.
„Solange der Bauernſtand unfrei war“, erhob Heinrich ſeine tiefe wohlklingende Stimme, deren mäch⸗ tig vibrirender Schall etwas Gewinnendes und Ueber⸗ zeugendes hatte,„erſchien die Vertretung ſeiner Inter⸗


