Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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eſſen durch den Adel nothwendig, obwohl derſelbe den Löwenantheil in jeder Weiſe ſich ſicherte. Seit aber der Bauer, von Zehnten und Frohndienſt befreit, aus⸗ ſchließlich für ſich ſelbſt arbeitet, hat der Adel jedes Recht verloren, der Führer der Bauern zu ſein. Der Adel iſt als Grundbeſitzender nur noch ein Rivale des Bauers; große Verbindungen der Bauern zum gemein⸗ ſamen Betriebe des Ackerbaues, ein enges Aneinander⸗ ſchließen der Gemeinden, durch eine freie Verfaſſung vor Erſtarrung geſichert, wird für die Bodencultur und Entwicklung des Ackerbaus wichtiger ſein, als in die Kammern adlige Abgeordnete oder Prieſter zu ſchicken, die nicht einſehen, daß es für die Bauern Lebensfrage iſt, mit der Induſtrie der Städte vor⸗ theilhaft concurriren zu können; das iſt nur durch den kaufmänniſchen Betrieb im Großen, durch Aſſociation der Gemeinden möglich, dazu bedarf es keines Adels. Wir haben ja auch in der That keine grundbeſitzende Ariſtokratie von nennenswerther Zahl und Bedeutung; darum ſind auch alle engliſchen Einrichtungen, die man uns Deutſchen octroyirt hat, von dem Zweihäuſer⸗Par⸗ lament und dem hohlen Apparat unſeres Scheinconſti⸗ tutionalismus bis zu den Wahlgeſetzen herab, für uns unpaſſend. Was Deutſchland braucht, das iſt ein Staatenbund mit einem Oberhaupte, in deſſen Hand