Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3 164 So ſorgfältig und vorſichtig aber Heinrich bei der Dienerſchaft, dem Baron und Marie ſeine Erkundi⸗ gungen über Tante Kathrin einzog, ſo erfuhr er nicht mehr als das eben Mitgetheilte.

Seine Neugierde war aber nun gereizt, irgend ein Geheimniß waltete in dieſem Hauſe und Heinrich war keineswegs geſonnen, es auf ſich beruhen zu laſſen.

Wenn es ihm gelang, in den Beſitz deſſelben zu kommen, vielleicht konnte er dann mittels deſſelben die einflußreichen Perſonen ſeiner Umgebung wie Mario⸗ netten nach ſeinem Willen lenken. Seitdem der arme Student in dem Palais Billmann alle Annehmlich⸗ keiten des Lebens, den Luxus der Vornehmen und die Behäbigkeit kennen gelernt, welche Reichthum und Stellung in der Geſellſchaft gewähren, war die Be⸗ gierde in ihm mächtig geworden, ſich ſelbſt einen her⸗ vorragenden Platz im Leben zu erwerben. Seine Ei⸗ telkeit wuchs mit dem Neid, der ihn beim Anblicke des geſicherten Wohlſtandes der Ariſtokratenfamilie mehr und mehr erfaßte. Er war an Verſtand und Anlagen dieſen Schooßkindern des Glücks weit überlegen und nahm ſich vor, ſeine dienende Poſition nur ſo lange beizubehalten, bis er ſich die Mittel verſchafft, weiter emporzuſteigen.